Kattrin Deufert und Thomas Plischke
Lieber Tanz
Sollte dieser Brief jemals bei dir persönlich ankommen, hoffen wir, dass du ihn lesen und ihn nicht ungeöffnet an den Absender zurückschicken wirst, auch wenn wir ihn nicht an deine private Adresse verschicken konnten. Leider kennen wir
weder deinen aktuellen Wohnsitz noch deinen richtigen Namen und wählen deshalb diesen öffentlichen Umweg für unsere Kommunikation. Ein guter Freund hat uns vor kurzem erzählt, dass du deine Einsamkeit sogar genießen kannst, weil sie dich über dein Alter und dein Aussehen hinwegtäuschen kann.
Angeblich sollst du im Untergrund leben, damit niemand dich mehr aus deiner Heimat vertreiben kann. Auch lebst du wohl im Widerstreit deiner Seele und im ewigen Zwist mit deinen nächsten Verwandten. Wie ein ungezogenes Kind, das von allen noch mehr geliebt werden will, leugnest und verachtest du deine vielen Geschwister, weil sie die Einzigen sind, die dich auf dein wahres Alter und auf deine ursprüngliche Gestalt zurückverweisen können. Aber das Spiel um Liebe und Anerkennung, um Reichtum und Macht auf der Straße hat dich alt und müde gemacht, noch bevor du angefangen hast, sprechen zu lernen und auf beiden Füßen stehen zu können. Was hättest du uns ...
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Am Beginn stand kein ästhetisches Programm, sondern der Glaube an die eigene Kraft. Die vier Architekturstudenten Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff, die sich im Juni 1905 in Dresden zur Künstlergruppe Die Brücke zusammenschließen, wenden sich ausdrücklich an «Schaffende» wie «Genießende», an Künstler wie Betrachter, an eine...
Slowly rotating, reflecting the auditorium and yet remaining almost invisible, the huge disc immediately captures our attention. Sethzman is using the disc, placed at the left-hand side of the stage, to manipulate the dimensions of the stage. Andersson’s clear cut and precise movement language increases the stature of the dancers, making their movements as striking...
Sie hatten mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Welche waren die größten? Bomben und Krieg. Eine Woche vor der ersten Ausgabe wurde das Attentat auf Djerba verübt. Die Angst war groß, und der freie Eintritt zu den Aufführungen ein großes Risiko. Als leichtsinnige Künstlerin tat ich so, als wisse ich nichts von der Verordnung, die das Festival annullierte und lud...
