Zwischen Bibliothek und Opernhaus / Zwischen 2 und 4 Uhr morgens
Einer derjenigen, die entdecken, die forschen, schürfen. Einer von denen in der Welt des Musiktheaters, die nicht «loslassen» können, wenn es um Unerforschtes, um Unentdecktes, genauer: um Opern und Opernstoffe geht, die am Rande des manchmal so einfallslos das Immergleiche aufbietenden Repertoires ihr Dasein fristen. Das war Andreas K. W. Meyer.
Meyer, im Juni 1958 in Bielefeld geboren, studierte nach einer musikreichen Kindheit und Jugend Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Germanistik in Münster.
Hernach arbeitete er als Rezensent unter anderem für die «Frankfurter Rundschau» und erstellte bald – und auch noch während seiner späteren Anstellungen – zahlreiche Beiträge für mehrere öffentlich-rechtliche Kulturradiosender.
Wer Meyer traf, der war sogleich beeindruckt von dieser charismatischen Persönlichkeit, die – mit einem Sinn für Ästhetik – Maßanzüge und langes graues Haar trug. Und noch viel mehr als das: kein Gang von Wohnung zum Opernhaus, ohne dass Meyer seine riesigen Stofftaschen gefüllt mit Partituren, Büchern und anderen Texten bei sich hatte. Ein sinnlicher Mensch, der jeder Note mit seinem Körper (nach)spürte; sei es bei Proben, sei es beim Studium in der ...
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Opernwelt Juni 2023
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Arno Lücker
Man muss nicht zwingend ein Buddhist sein, um den tieferen Charme dieses Satzes zu begreifen, seine gerade auf die Defizite der westlichen Spätmoderne anwendbare weltanschauliche Evidenz: «Der Weg ist das Ziel.» Bei der Premiere von Messiaens Musiktheater «Saint François d’Assise» Ende September 2002 an der San Francisco Opera wurde das philosophische Bonmot zu...
Wir sind in einem mittelalterlichen Märchenland des Ariost. Einem sagenhaften Schottenreich. Wir sind in der Oper. Eine Prinzessin, Ginevra, entsteigt dem Baldachinbett. Ihre Zofe, Dalinda, hält ihr bei der Morgentoilette neckisch ein britisches Boulevardblatt entgegen. Auf der Titelseite prangt das Konterfei der Königstochter neben dem ihres Anbeters. Ihm weiht...
Erlösung dem Erlöser», auch das hätten die letzten Worte sein können, herabwehend aus irgendeiner Beleuchterbrücke des Nürnberger Opernhauses. Nun beschließt aber «Corriam tutti a festeggiar» die Amtszeit von Joana Mallwitz. «Le nozze di Figaro» also statt «Parsifal», der den großen Corona-Verschiebungen des fränkischen Spielplans zum Opfer gefallen ist. Genau...
