Bild des Lebens

Cilea: Adriana Lecouvreur an der Oper Lüttich

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Voltaire bewunderte sie sehr. Adrienne Lecouvreur war die Erneuerin der französischen Theaterdeklamation, ihr früher Tod 1730 mysteriös; dazu Affären, eine gar mit Moritz von Sachsen: Ein Stoff wie gemacht für Eugène Scribes History-Thriller-Factory einhundert Jahre später, und noch im ersten Jahr des 20. Jahrhunderts fand Francesco Cilea hier das Sprungbrett für seinen zweiten (letzten) Opernerfolg. Es mochte auch mit dem Uraufführungs-Maurizio zu tun haben, einem Tenor namens Enrico Caruso.

In die Nachwelt gerettet hat sich «Adriana Lecouvreur» allerdings als Diven-Oper, und jede Sängerin heute stellt sich in eine furchteinflößende Ahnenreihe: Sutherland, Olivero, Freni, Callas … 

Ihre besten Momente hat Elena Moșuc, die in Liège ihre erste Adriana kreiert, in den Hits «Poveri fiori» und «Io son l’umile ancella». Da fügen sich weite Bögen und fein geformte Piani zu strahlender Trauer. Oft aber weiß sie, ein wenig unvorteilhaft matronenmäßig gewandet, nicht, wohin mit ihren Händen, oder weiß es zu gut und streckt sie in eine unbestimmte Höhe. Cilea ermöglicht seiner Heldin einen grandiosen Auftritt, und die Regie von Arnaud Bernard tut es ihm gleich: Das Volk – hier das ...

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Opernwelt Juni 2023
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Holger Noltze

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