Vier Mal Leben

Lehrhaft, kriminalistisch, magisch: Die Oper Frankfurt präsentiert Einakter von Britten, Orff und Weill im Doppelpack

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Operneinakter gehen nicht, auch nicht im Doppelpack, heißt eine eiserne Theaterregel. Strauss’ «Salome» und «Elektra» gelten inzwischen als abendfüllend; eine Ausnahme wie das zwangsverheiratete Verismo-Paar «Cavalleria rusticana» und «Pagliacci» bestätigt nur die Regel. Frankfurts Intendant Bernd Loebe, kein Freund großer Worte, hat sich davon noch nie beirren lassen. Auch in diesem Jahr mischt er seinen ohnehin wagemutigen, entdeckungsfreudigen Spielplan gleich mit zwei Doppelabenden auf.

 

Den Anfang machen im Bockenheimer Depot mit «The Prodigal Son» und «The Burning Fiery Furnace» zwei der drei Kirchenparabeln von Britten. Dieser schrieb die lehrhaften, zwischen 1964 und 1968 entstandenen Stücke, die Elemente des japanischen Nō-Theaters, der mittelalterlichen Mysterienspiele sowie des Brecht-Theaters aufgreifen, für die Parish Church im heimischen Suffolk. Der Regisseur Manuel Schmitt und sein Bühnenbildner Bernhard Siegl haben in der leergefegten Industriearchitektur des ehemaligen Straßenbahndepots die Anmutung eines Kirchenraums nachgestellt. Der breite Mittelgang, bedeckt mit sieben Ackerfurchen aus Lehm, dient als Spielfläche. Die Zuschauer sitzen auf Tribünen in den ...

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Opernwelt Juni 2023
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Uwe Schweikert

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