Zwischen allen Stilen

Der Komponist Anno Schreier: «Die Stadt der Blinden» als Uraufführung in Zürich und «Kein Ort. Nirgends» in Freiburg

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Da rückt einer nach. Da mischt einer den Zirkel seiner komponierenden Amtsbrüder auf, bekommen die – älteren – Herren Rihm und Pintscher, Haas oder Furrer Blutzufuhr. Anno Schreier heißt der wahrlich noch junge Mann. Der Aachener des Jahrgangs 1979, der, etwas blass, fast ein wenig unbeholfen wirkend, sich im Entgegennehmen des – allenthalben starken – Beifalls noch üben muss, sammelt derzeit förmlich Preise.

Vor zehn Jahren schon war er Preisträger der Saarbrücker Kompositionswerkstatt, und der Förderpreis der Berliner Akademie der Künste 2009 war gewiss nicht die letzte Auszeichnung. Die Studienstiftung des deutschen Volkes nahm ihn früh auf, und das begehrte Stipendium in der römischen Villa Massimo ziert seine Biografie auch schon. Obendrein unterrichtet er seit drei Jahren Theorie in Karlsruhe.

2008 hatte er den Zürcher Wettbewerb Teatro minimo gewonnen. Der damit verbundene Kompositionsauftrag wurde dort nun auch uraufgeführt: «Die Stadt der Blinden», deren Libretto Kerstin Maria Pöhler aus dem Roman des portugiesischen Nobelpreisträgers José Saramago filterte. Gleichzeitig verhalf die Young Opera Company, das ehrgeizige Freiburger Off-Unternehmen, Schreiers erster ...

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Opernwelt Januar 2012
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Heinz W. Koch

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