Zweisprachig
Süß, diese Schäfchen. Wirklich entzückend, wie sie da, inmitten der glanzvoll kostümierten und choreografierten Singspiel-Schar, auf ihren blauen Rollen unschuldig weiß übers Parkett gerollt werden und dabei ganz zärtlich und dumm ausschauen – was wiederum zu der an diesem vornehmen Orte erzählten, tränenrührenden Geschichte wunderbar passt: Denn was wäre ein pastorales Intermezzo, gegeben zum Gefallen der höfischen Gesellschaft und trefflich geschmückt mit dem zauberhaften Titel «Die ehrliche Schäferin», ohne diese niedlichen Tierchen? Nichts wäre sie.
Deshalb: Man mag zum Kitsch in der Kunst stehen, wie man will. Für das dritte Bild von Tschaikowskys Oper «Pique Dame», in dem eine Parabel das gleich mehrere Existenzen vernichtende Drama für eine Viertelstunde auf lichte Ebene hievt, dient der Kitsch als dramaturgische Triebfeder, dient er gleichsam als Antiphon zu dem, was auf der Bühne verhandelt wird. Die Realität lauert dahinter. Und die sieht nicht eben rosig aus für die Protagonisten.
Nicht eben rosig, das ist auch die Situation des Volkstheaters Rostock. Wie andernorts auch, wird hoch droben im Norden gespart. Nur wird es gleich in einer Art und Weise getan, dass man in ...
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