Singen für die Idee

Ira Malaniuk über den Unterricht bei Anna Bahr-Mildenburg, das Schweben mit Hans Knappertsbusch und über Furtwängler im Petersdom

Opernwelt - Logo

Ihr sängerisches Alptraumerlebnis hatte Ira Malaniuk 1951 in Bayreuth. Natürlich nicht als Magdalene in den «Meistersingern», für die sie von Wieland Wag­ner engagiert worden war und auf die sie sich bestens vorbereitet hatte. Sondern mit der «Rheingold»-Fricka, die zwar nicht zu ihrem Repertoire gehörte, die aber als Cover-Partie im Kleingedruckten ihres Vertrages stand. Und wie es das Unglück wollte, wurde Elisabeth Höngen, die eigentlich vor­gesehene Rollenvertreterin, am Morgen des 11.

August, dem Beginn des zweiten «Ring»-Zyklus, von einer Blind­darmentzündung außer Gefecht gesetzt. Vom Mittag auf den Abend muss­te Ira Malaniuk einspringen – oder die ganze Vorstellung wäre abgesagt worden. Die pflichtbewusste Sängerin entschloss sich für das Unmögliche: Von Souffleuren und anderen «mildtätigen Einflüsterern» aus der Kulisse heraus betreut und von den Sängerkollegen unauffällig in ihre Positionen und Gänge eingewiesen, stand sie eine Partie durch, die sie nie gelernt, geschweige denn vorher auf der Bühne gesungen hatte, und die Aufführung – der Anfang von Karajans einzigem Bayreuther «Ring» – kam damit, wenn auch mehr schlecht als recht, zu einem immerhin passablen Ende. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2005
Rubrik: Retrospekive, Seite 68
von Gerhart Asche

Vergriffen
Weitere Beiträge
Die verkaufte Braut

Wenigstens auf den Wettbewerb würden Freiburg und Saarbrücken gewiss liebend gern verzichten – den Wettbewerb nämlich, welches der beiden Häuser dem unwürdigeren Spardruck ausgesetzt ist. Als Gaetano Donizettis «Lucia di Lammermoor» dort im Zwei-Wochen-Abstand Premiere hatte, schien das Saarländische Staatstheater vorn zu liegen. Beeindruckend, wie sich der...

Monteverdis musikalische Grammatik

Das Opernhaus in Lyon verfügt, wie andere Häuser auch, über eine jener segensreichen Einrichtungen, die angehenden Sängern Gelegenheit geben, das Repertoire zu lernen und in kleinen Rollen erste Schritte auf der Bühne zu tun. Erstmals hat nun Intendant Serge Dorny eine komplette Neuproduktion von der ersten bis zur letzten Partie nur mit Nachwuchs aus dem «Nouveau...

Schmackhafte Pastetchen

Nino Rota (1911-1979) war ­einer der fruchtbarsten und erfolgreichsten Filmkomponis­ten seiner Zeit. Seine Musik für zahlreiche Filme von Fellini, Visconti, Zeffirelli, Clement sowie für Coppolas «Der Pate» kann gro­ßenteils auch außerhalb der Leinwand bestehen. Doch daneben hat der Schüler von Pizzetti und Casella auch etliche Sympho­nien, Konzerte und Opern...