Zurück zu den Anfängen
Drei Jahrzehnte lang hat Pierre Audi die Nationale Opera in Amsterdam geleitet – eine exorbitante Erfolgsgeschichte. Als Regisseur verabschiedete er sich geradezu bescheiden, dazu nicht einmal im Stammhaus, sondern im am Hafen gelegenen kleineren Muziekgebouw aan’t IJ; genau die richtige Spielstätte für Stefano Landis tragicommedia pastorale «La morte d’Orfeo» von 1619.
Auch wenn es nicht geplant war, wie Audi in einem Interview mit der Tageszeitung «Trouw» erklärte, knüpft er damit an den Anfang in Amsterdam an, seine erste Inszenierung, Monteverdis «Il ritorno d’Ulisse in patria». Ein schöner Bogen, denn das Repertoire des Barock, der Monteverdi-Zyklus und etliche Händel-Opern, war ein wichtiges Element der von Audi konzipierten Spielpläne.
Das fünfaktige, knapp zweistündige Werk von Landi (1587-1639) knüpft in der Handlung dort an, wo der zwölf Jahre zuvor uraufgeführte «Orfeo» von Monteverdi – und die meisten frühen Vertonungen des Stoffes – endet. Nachdem der Sänger Eurydike zum zweiten Mal verloren hat, verachtet er fortan die Frauen, die Liebe, und ist in seinem Narzissmus nicht unbedingt ein Sympath. Bei Monteverdi fordert Apollo Orpheus nun auf, mit ihm in den Himmel ...
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Opernwelt Mai 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 24
von Götz Thieme
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