Zurück zu den Anfängen

Pierre Audi gibt, musikalisch betreut von Christophe Rousset, am Muziekgebouw aan’t IJ in Amsterdam mit Stefano Landis «La morte d’Orfeo» seinen Ausstand als regieführender Intendant der Nationale Opera

Opernwelt - Logo

Drei Jahrzehnte lang hat Pierre Audi die Nationale Opera in Amsterdam geleitet – eine exorbitante Erfolgsgeschichte. Als Regisseur verabschiedete er sich geradezu bescheiden, dazu nicht einmal im Stammhaus, sondern im am Hafen gelegenen kleineren Muziekgebouw aan’t IJ; genau die richtige Spielstätte für Stefano Landis tragicommedia pastorale «La morte d’Orfeo» von 1619.

Auch wenn es nicht geplant war, wie Audi in einem Interview mit der Tageszeitung «Trouw» erklärte, knüpft er damit an den Anfang in Amsterdam an, seine erste Inszenierung, Monteverdis «Il ritorno d’Ulisse in patria». Ein schöner Bogen, denn das Repertoire des Barock, der Monteverdi-Zyklus und etliche Händel-Opern, war ein wichtiges Element der von Audi konzipierten Spielpläne.

Das fünfaktige, knapp zweistündige Werk von Landi (1587-1639) knüpft in der Handlung dort an, wo der zwölf Jahre zuvor uraufgeführte «Orfeo» von Monteverdi – und die meisten frühen Vertonungen des Stoffes – endet. Nachdem der Sänger Eurydike zum zweiten Mal verloren hat, verachtet er fortan die Frauen, die Liebe, und ist in seinem Narzissmus nicht unbedingt ein Sympath. Bei Monteverdi fordert Apollo Orpheus nun auf, mit ihm in den Himmel ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 24
von Götz Thieme

Weitere Beiträge
Eine Umkehrung ist eine Umkehrung

Bett-Szenen haben in der Oper viele Gesichter. Erotik kann dabei eine Rolle spielen, muss aber nicht. Wenn ja, dann ist es um die Beziehung nicht wirklich gut bestellt: Sie geht über Leichen (Poppea und Nerone), dient als Mittel zum Zweck (Samson und Dalila), hat mit Ausweglosigkeit zu tun (Katerina und Sergei), ist am Zerbröseln (Marie Theres’ und Octavian),...

Tiefe durch Erfahrung

Herr Mehta, Sie sind als Sänger seit fast 20 Jahren im Geschäft, damit gehören Sie inzwischen zu den dienstältesten Countertenören. Wie geht es Ihnen momentan?
Die Stimme läuft besser denn je, und meine Körperspannung ist in sehr guter Balance. Dadurch kann ich übrigens auch besser entspannen. Und durch Entspannung kommen mehr Farben in die Interpretation und in die...

Zeitfenster

Was für eine Inkubationszeit! «Ein Traumspiel», die erste Oper von Aribert Reimann, wurde 1965 in Kiel uraufgeführt (dirigiert von Michael Gielen). Erst 22 Jahre später – der «Lear» war längst ein Erfolg – kam das Stück wieder auf die Bühne, diesmal in Wiesbaden. Noch einmal drei Jahrzehnte später erlebt es nun seine dritte Produktion – am Theater Hof, was einfach...