Luzerner Ambitionen

Robert Schumanns «Faust-Szenen» als «installatives Oratorium» zwischen Bühne und Kirche

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Benedikt von Peter ist Herr über ein Haus mit den Ausmaßen einer Puppenstube, aber er denkt gar nicht daran, deshalb kleine Brötchen zu backen. Seine Intendanz in Luzern hat bislang ein Theater produziert, das sich nicht einsperren lässt, sondern die Stadt konsequent in Besitz nimmt, sich einmischt und mit kühnen Ideen Gehör verschafft statt mit Krawall und Getöse.

Zu Beginn seiner Inszenierung von Schumanns «Faust-Szenen» versammelt er das Publikum vor der barock-imposanten Jesuitenkirche gleich nebenan und lässt ein Osterfeuer entzünden.

Unters wartende Volk mischen sich bald lemurenhafte Gestalten, auch die Kinder der Statisterie, Mädchenchor und Sängerknaben. Aschgrau, vampirhaft und ausgesprochen untot stehen sie um die Flammen, entrollen Transparente und stimmen den berührend einfachen Endenicher Choral an, den Robert Schumann noch in Dr. Richarz’ «Anstalt für Behandlung und Pflege von Gemütskranken und Irren» komponierte. Es ist ein Gebet um eine gute Sterbestunde. Mit einem Mal öffnet sich das Portal der Jesuitenkirche, von innen strahlt es hell wie bei einem Festgottesdienst, und weit weg, vorne im Chorraum, dirigiert Clemens Heil die Ouvertüre, die wie aus einer anderen ...

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Opernwelt Mai 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Clemens Prokop

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