Zum Heulen komisch
Im Grunde, will man uns Dummies immer wieder weismachen, ist Oper ja nichts anderes als Kino: großes Gefühl, große Bühne, großer Sound. Plácido Domingos L. A. Opera zieht aus dieser populären Annahme ihre eigenen Konsequenzen und engagiert Leute aus der Nachbarschaft.
Zwar hat der «Ring» mit George Lucas’ Spezialeffekt-Firma dann doch nicht funktioniert, weil der stolze «Star Wars»-König keinen Kulturrabatt einräumen wollte. Dafür aber hat William Friedkin seine «Exorzisten»-Berühmtheit bereitwillig in den Dienst des Musiktheaters gestellt.
Hollywoods Annehmlichkeiten kamen dabei in erster Linie der deutschen Besetzung zugute: Peter Seiffert und Lioba Braun mussten während der Proben zu «Ariadne auf Naxos» nicht zum Deli um die Ecke, sondern durften sich aus den Töpfen des Friedkin-Leibkochs bedienen. Keine Frage: Von solch üppigen Produktionsbedingungen können andere Opernhäuser nur träumen.
Andererseits hat sich Friedkins großzügige Investition ins leibliche Wohl der Darsteller sofort ausgezahlt. Seine «Ariadne» ist eine kreuzlustige Produktion mit einem urkomischen Peter Seiffert. Will man gar nicht glauben.
Oper in Amerika ist ja entweder zum Heulen – etwa wenn die Met wieder ...
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