Gefährdeter Aufschwung
Wieder einmal geriet Italiens Opernlandschaft in Aufruhr. Im Unisono-Chor, wie in einer frühen Verdi-Oper, erhob sich der Protest der Intendanten: «Sollte es bei dieser Regelung bleiben», verkündeten mehrere Theaterleiter entrüstet, «werden wir unsere Häuser sehr bald schließen müssen.» Ursache der Bestürzung war die im neuen Haushaltsgesetzentwurf für 2006 vorgesehene drastische Kürzung der staatlichen Mittel für die Opernhäuser.
Angesichts des hohen Defizits des italienischen Staatshaushalts hatte die Regierung beschlossen, zwanzig Milliarden Euro einzusparen. Für das Kulturressort war eine Reduktion in Höhe von dreihundert Millionen Euro vorgesehen. Wobei die härtesten Einschnitte die Opernhäuser getroffen hätten. Um den Kahlschlag abzuwenden, wurden unverzüglich fieberhafte Aktivitäten entfaltet, kam es zu Protestkundgebungen und Streiks, erschienen in der Presse leidenschaftliche Plädoyers für die Hochkultur und speziell die auf italienischem Boden geborene Gattung Oper. Zudem drohte Kulturminister Rocco Buttiglione, getreu der üblichen Dramaturgie solcher Auseinandersetzungen, mit seinem Rücktritt.
Alles Kulissendonner, eingeübtes Ritual? Diesmal nicht, zumal die ...
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In Heidelberg hat sich die neue Intendanz entschieden, in jeder Saison «die spannendste neue Oper des letzten Jahres» zu präsentieren. Den Anfang macht man nun mit «Berenice», uraufgeführt bei der Münchener Biennale 2004 (siehe OW 7/2004). Der junge österreichische Komponist Johannes Maria Staud und sein Librettist, der renommierte Lyriker Durs Grünbein, haben sich...
Irgendwo in der Südsee lebt Erwin (Anne-May Krüger), der, wenn er nicht gerade in seiner Hängematte schläft, mit seinen Freunden, den «Dschangel Kings», den ganzen Tag Musik macht. Eines Tages landet der staatlich geprüfte Audiologe Professor Hoggins (James Martin) mit seinem Tonbandgerät auf der Suche nach den Stimmen und Klängen seltener Tiere auf der Insel....
Die europäische Aristokratie war die Geburtshelferin der Oper. Ohne Fürsten und Könige, die Operntheater errichteten und Aufführungen finanzierten, hätte die Gattung wohl kaum jenen Aufschwung genommen, der ihr im 17. und 18. Jahrhundert zuteil wurde. Jeder Fürst, der etwas auf sich hielt, hatte sein eigenes Theater, in dem natürlich auch Oper gespielt wurde. Dass...
