Na, Süßer? Rebecca Davis (Luise), Simon Bode (Wilhelm); Foto: Jörg Landsberg
Zum Affen gemacht
Das Werbebanner über dem Eingang der Staatsoper Hannover, wie ebenfalls das Programmheft, schreit uns förmlich an: Blutrot prangt da wie dort das Wort «Schande». Mit gutem Grund: Auch die fremdenfeindlichen Kleinbürger von Hülsdorf-Gotha schmieren es an die Hauswand des exzentrischen Lords, der allzu Fremdes ins Städtchen gebracht hat. Abendfüllend ist dieser aggressive Ton gleichwohl nicht.
Zwar steckt im Libretto zu Hans Werner Henzes Oper «Der junge Lord» – Ingeborg Bachmann hat es nach Motiven von Wihelm Hauff gedichtet – einiges an Aufklärerischem und Entlarvendem.
Doch Henzes raffinierte musikalische Ironie sorgt dafür, dass alles wie in einem Spiegelkabinett erscheint. Ironisch distanziert ist auch Bernd Mottls Inszenierung, für die ihm Friedrich Eggert ein Schwarz-Weiß-Bühnenbild mit Spitzenbortenrahmen entworfen hat, in dem sich schon mal ein Konzertflügel zum XXL-Instrument ausdehnen darf. Nur am Ende wird der Regisseur noch einmal plakativ – wenn der Affe, der sich zum jungen Lord macht (oder umgekehrt) als gülden kostümiertes Michael-Jackson-Double auftritt. Ansonsten greift Kostümbildner Alfred Mayerhofer, zumal bei den Damen der Gesellschaft, zur Farbe.
Vor allem ...
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JUBILARE
Günter Neuhold wurde in Graz geboren und studierte an der dortigen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Dirigieren. Anschließend setzte er seine Studien bei Franco Ferrara in Rom und bei Hans Swarowsky in Wien fort. 1972-80 folgten Engagements an verschiedene Bühnen in Deutschland, darunter Hannover und Dortmund, wo er als 1. Kapellmeister tätig...
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