Zukunftsmodell
Ein Einheitsraum, 16 Musiker, drei völlig verschiedene Sujets: Unter dem etwas großzügig formulierten Motto «Wie klingt die Oper von morgen?» legte Schwedens erstes Haus ein Format von 2016 erneut auf und beauftragte drei renommierte schwedische Komponisten mit jeweils einer «Short Story». Katarina Aronsson, Dramaturgin am Haus und Initiatorin des Projekts, betont, dass sich die Arbeiten «hier und jetzt mit uns befassen», also unmittelbar Bezug nehmen auf die heutige Lebenswirklichkeit.
In diesem Sinne wurde in der «Rotundan», der kleinen Spielstätte der Kungliga Operan Stockholm, dem Publikum ein kurzweiliger und aufschlussreicher Abend beschert – mit Börsenhaien, Ehekrach und der Hommage an eine Künstlerin.
Viktor Åslund, als einziger der drei Komponisten kein Opern-Novize, hatte 2016 mit seinem Erstling «Steppenwolf» am Mainfrankentheater Würzburg für einiges Aufsehen gesorgt. Er eröffnet nun den Abend mit «Value Creation». Librettist Hermann Schneider (der auch für «Lachesis» von Marijn Simons an seinem eigenen Haus in Linz das Textbuch schrieb, Premiere ist im September 2020) thematisiert in vier Szenen Hybris und Atem- wie Gedankenlosigkeit der Finanzindustrie sowie ihres ...
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Opernwelt April 2020
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Stephan Knies
Für manche wird er immer derjenige bleiben, der rabiat auf einen meuternden Zuschauer reagierte. Im Frühjahr 1982 war das, an der Bayerischen Staatsoper. Als der junge Mann den «Aida»-Applaus mit Buhs beschmutzte, eilte Nello Santi ins Parkett, um dem Störenfried eine Ohrfeige zu verabreichen. Der Hieb kostete den Dirigenten laut Gerichtsbeschluss 6000 Mark, nie...
In der Justizvollzugsanstalt Tegel ist an einem der Blöcke ein Spiegel angebracht, darauf steht: «WASBRAUCHTESEINEM/ZUHELFEN?» Zu «Fidelio» passt die Frage wie die Faust aufs Auge. Das Gefängnistheater «aufBruch» hat in Kooperation mit den Berliner Philharmonikern ein Stück um Beethovens Oper entwickelt. Gespielt wird in einem stillgelegten Zellentrakt; es ist ein...
Vermutlich hatte der kleine Alfred Kirchner weder Ciceros Satz «Verus amicus est tamquam alter idem» (ein wahrer Freund ist quasi ein zweites Selbst), den Wikipedia für die Entstehung des Begriffs «Alter Ego» verantwortlich macht, im Sinn, und auch an Schuberts «Du Doppelgänger! du bleicher Geselle! Was äffst du nach mein Liebesleid» hat der Knirps wohl noch nicht...
