Zu Schiller, dem Dichter, schlich Schubert, Noten im Kopfe
Nicht gerade mit überschäumender Emsigkeit, doch im einzelnen Fall mit großem Engagement beschäftigen sich die Opernhäuser mit den Bühnenwerken Franz Schuberts. Seit der denkwürdigen «Fierrabras»-Aufführung 1988 am Theater an der Wien, in Ruth Berghaus‘ Inszenierung, von Claudio Abbado dirigiert, haben mehrere Operntheater sich des Werkes angenommen, etwa Zürich und Frankfurt. In Zürich hat Nikolaus Harnoncourt sich gleich zweimal für Schuberts Opern eingesetzt: für die Jugendoper «Des Teufels Lustschloss» und für «Alfonso und Estrella».
Speziell in letztgenanntem Werk erkannte der Dirigent Stellen von einer großen Rätselhaftigkeit sowohl der Inhalte als auch des musikalischen Ausdrucks. Ein Meisterwerk, das in die Zukunft weist, und das noch vor Berlioz, so Harnoncourt.
Vor diesem Hintergrund einer engagierten und ambitionierten Beschäftigung mit Schuberts Opernschaffen durch einige kompetente Dirigenten und Regisseure (Claus Guth mit «Fierrabras», Jürgen Flimm mit «Alfonso», beide in Zürich) an großen Musiktheatern, verdienen auch die Bemühungen in der so genannten Provinz Beachtung. In Jena gab es im Innenhof der Jenaer Universität eine Aufführung von Schuberts fragmentarisch ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wer eine zyklische Aufführung von Richard Wagners «Der Ring des Nibelungen» besucht hat, kennt sicher das Gefühl: Von Abend zu Abend wird man stärker in das Geschehen auf der Bühne hineingezogen. Die Figuren des Weltendramas erscheinen einem immer vertrauter: Wotan, Fricka, Brünnhilde, Siegmund und Sieglinde, Siegfried und Brünnhilde – alles gute Bekannte....
Drei Jahrzehnte ist es nun her, dass Hans Werner Henze das «Cantiere Internazionale d’Arte» ins Leben rief. Im Sommer 1976 fanden die ersten Veranstaltungen in Montepulciano statt. Damals waren Riccardo Chailly und Volker Schlöndorff zu Gast. Ferner bemühte man sich intensiv um die «Volksbildung». Der Geiger Jesse Hawkins spielte Bach-Partitas für Bauarbeiter, und...
Wer den optischen Overkill des überbordenden Bayreuther «Parsifal» von Christoph Schlingensief noch im Kopf hat, atmet erleichtert auf bei diesem drei Akte lang nur wenig variierten Bunker und der stilisierten Regie von Nikolaus Lehnhoff in der Aufzeichnung des «Parsifal» aus Baden-Baden. Der Gral als weißer Spalt in einer gewölbten Wand, durch den die Grals- als...
