Zu Schiller, dem Dichter, schlich Schubert, Noten im Kopfe

Jena, Schubert: Bürgschaft

Opernwelt - Logo

Nicht gerade mit überschäumender Emsigkeit, doch im einzelnen Fall mit großem Engagement beschäftigen sich die Opernhäuser mit den Bühnenwerken Franz Schuberts. Seit der denkwürdigen «Fierrabras»-Auffüh­rung 1988 am Theater an der Wien, in Ruth Berghaus‘ Inszenierung, von Claudio Abbado dirigiert, haben mehrere Operntheater sich des Werkes angenommen, etwa Zürich und Frankfurt. In Zürich hat Nikolaus Harnoncourt sich gleich zweimal für Schuberts Opern eingesetzt: für die Jugendoper «Des Teufels Lustschloss» und für «Alfonso und Estrella».

Speziell in letztgenanntem Werk erkannte der Dirigent Stellen von einer gro­ßen Rätselhaftigkeit sowohl der Inhalte als auch des musikalischen Ausdrucks. Ein Meisterwerk, das in die Zukunft weist, und das noch vor Berlioz, so Harnoncourt.
Vor diesem Hintergrund einer engagierten und ambitionierten Beschäftigung mit Schuberts Opernschaffen durch einige kompetente Dirigenten und Regisseure (Claus Guth mit «Fierrabras», Jürgen Flimm mit «Alfonso», beide in Zürich) an großen Musiktheatern, verdienen auch die Bemühungen in der so genannten Provinz Beachtung. In Jena gab es im Innenhof der Jenaer Universität eine Aufführung von Schuberts fragmentarisch ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2005
Rubrik: Panorama, Seite 61
von Gerhard Rohde

Vergriffen
Weitere Beiträge
Urheber und Verwerter

Öfter schon kam es vor, dass ein musikalisches Bühnenwerk ohne Bühne auf­geführt wurde. Der umgekehrte Fall ist möglicherweise erstmals beim Opern­festival im toskanischen Städtchen Barga eingetreten. Da fand, verhindert durch einen Gerichtsbeschluss im fernen Düsseldorf, die Aufführung der Musik zu einer mit ihr erarbeiteten und geprobten Inszenierung nicht statt:...

Viele Valeurs

Leider ist Lioba Braun nicht mehr in Bayreuth präsent, singt Ortrud und Brangäne nun in Dresden, Fricka in Neapel oder Venus in Los Angeles. Doch auf ihrer ersten Solo-CD bei Sony sind nun ihre Sieglinde, Kundry, Waltraute und – neben den betörend erotisch, ja strahlend gesungenen Wesendonck-Liedern – auch das «Tristan»-Vorspiel und Isoldes Lie­bes­tod als...

Langsam geht die Welt zugrunde

Dieser im Klangbild klare, rauscharme, wenn auch mit kleinen Aussetzern behaftete und in den großen Chorszenen manchmal etwas detonierende Premieren-Mitschnitt des «Rienzi» (TKM ­Records Slovenia Sazas) ist ein Unikum: eine auf die Hälfte des Originals – oder dessen, was gedruckt überliefert ist – eingedampfte Bearbeitung mit Wagners nachkomponiertem heroischen...