Im Felsengarten
Drei Jahrzehnte ist es nun her, dass Hans Werner Henze das «Cantiere Internazionale d’Arte» ins Leben rief. Im Sommer 1976 fanden die ersten Veranstaltungen in Montepulciano statt. Damals waren Riccardo Chailly und Volker Schlöndorff zu Gast. Ferner bemühte man sich intensiv um die «Volksbildung». Der Geiger Jesse Hawkins spielte Bach-Partitas für Bauarbeiter, und mancher Künstler versuchte, die einheimische Bevölkerung mit theatralischen Happenings oder Bewegungsübungen politisch aufzuklären.
Um die Nähe zum so genannten kleinen Mann herauszustreichen, spielte man sogar deutsche Volksmusik. Die Sechziger feierten damals immer noch fröhliche Urständ.
Hans Werner Henze konnte «seinem» Festival diesmal leider nicht beiwohnen – aus gesundheitlichen Gründen lebt er jetzt vornehmlich in London, wo er viel Zeit in Krankenhäusern verbringt. Seit zwei Jahren liegt die künstlerische Leitung in den Händen des britischen Dirigenten Jan Latham-Koenig. Im Geiste Henzes programmiert er vor allem zeitgenössische Musik. Dieses Jahr standen unter anderem zwei Opern auf dem Spielplan: «The Knot Garden», eine Hommage an Michael Tippett aus Anlass seines hundertsten Geburtstages, und Giovanni ...
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Max Reinhardt gehört zu Salzburgs Gründervätern. Dennoch musste man, wie so oft schon, bei den Bregenzer Festspielen an einen seiner Aussprüche denken. Nördlich von Verona, hat er einst sinngemäß befunden, solle man mit Freiluft-Aufführungen zurückhaltend verfahren. Weiß Gott, ruft man sich den Premierentag des Spiels auf der Seebühne ins Gedächtnis. Den ganzen...
Rossini hat ihn, unwillentlich, sein ganzes Leben lang verfolgt und schließlich aus dem Gedächtnis der Nachwelt verdrängt. Heute ist Carlo Coccia (1782-1873) allenfalls noch eine Fußnote der Operngeschichte. Dabei war der aus Neapel stammende Schüler Giovanni Paisiellos eine Zeit lang außerordentlich erfolgreich. Seine 1815 in Venedig uraufgeführte «Clotilde» hielt...
Aribert Reimanns zweite Oper «Melusine» wurde nach ihrer Uraufführung 1971 in Schwetzingen häufig nachgespielt und wirkte auch in Weimar immer noch frisch. Diese Melusine, die Yvan Goll, von seiner Frau Claire inspiriert, 1930 aus der Sagenvorzeit ins zwanzigste Jahrhundert holte, schimmert in Claus H. Hennebergs Libretto, vor allem aber in Reimanns Musik in...
