Ziemlich nah am Heute
Dunkel regiert. Wo leuchtet das Licht der Aufklärung, das Gebot der optimistischen Denkungsart, es werde schon gut werden, und sei es durch das Auftreten einer Diana ex machina – nämlich gerade dann, wenn das Ungeheuerliche wahr zu werden droht, die Opferung des geliebten Bruders durch seine Schwester? Es geschieht aber nichts. Der Gewaltherrscher wird mit einem Schnitt durch die Gurgel getötet, und gleich feiert der Chor in C-Dur «une paix douce et profonde».
Glucks «Iphigénie en Tauride» lässt das Finstere nicht aus: die Traumata der Tantaliden, die Schuldträume des Orest, der die Mutter tötete, weil sie den Vater ermordete. Und doch tun wir uns Heutige schwer mit dem Glauben an das Gute. Immerhin leuchten in der «Iphigénie»-Inszenierung von Rafael R. Villalobos, (als Koproduktion der Opera Vlaanderen mit Montpellier und Sevilla) rechts und links der Szene, unauffällig aber durchgehend, zwei «EXIT»-Schilder. Es gäbe ihn wohl, den Notausgang.
Die Schilder gehören zum Setting, denn wir befinden uns in einem dunkel-nüchternen Theaterraum und schauen von der Bühne ins aufsteigende Parkett. Emanuele Sinisi hat einen konkreten Raum nachgebaut, es soll das Theater von Mariupol sein; ...
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Opernwelt Dezember 2024
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Holger Noltze
Das kann nicht wahr sein: Da findet am Landestheater Eisenach eine Opernpremiere statt, und der Zuschauerraum ist nicht einmal zu einem Drittel gefüllt. 147 Menschen verlieren sich in einem Raum, der 500 Besuchern Platz bieten möchte. Gezeigt wird das Erfolgsstück «Madama Butterfly», es spielt die traditionsreiche Meininger Hofkapelle, allerdings ein wenig...
JUBILARE
Beat Furrer wuchs in Schaffhausen auf und erlernte zunächst an der Musikschule Klavier. Im Jahr 1975 ging er mit Anfang 20 nach Wien, um dort Komposition bei Roman Haubenstock-Ramati und Dirigieren bei Otmar Suitner zu studieren. 1985 gründete er das Klangforum Wien, das er bis 1992 leitete und dem er seitdem als Dirigent verbunden ist. Im Auftrag der...
Das glamourös-glitzernde Glück währt genau 18 Minuten. Und das seit 1963, einmal pro Jahr, an Silvester, auf etlichen Kanälen der real noch existierenden öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten, stets und wie gewohnt zur besten Sendezeit. «Dinner for one» ist vielleicht der witzigste Sketch aller Zeiten (ersonnen hat ihn natürlich kein Deutscher, sondern ein Brite,...
