Zersplitterter Spiegel
Bernhard Lang gehört heute zu den originellsten, aber auch verstörendsten Komponisten der Gegenwart. Vor allem mit seinen zahlreichen Musiktheaterwerken hat der Österreicher Furore gemacht. Seine jüngste, im März 2024 in Stuttgart uraufgeführte Oper «Dora» feierte mit sechs ausverkauften Vorstellungen einen sensationellen Publikumserfolg. Lang ist ein Nomade des Klangs.
Sein Stil beruht auf dem Phänomen von Differenz und Wiederholung, der Dekonstruktion, dem Recyceln, Remixen und Sampeln älterer Musik, seien es nun Klassiker wie Mozart, Wagner und Verdi oder die zeitgenössische Popmusik in all ihren Spielarten. Dabei arbeitet er an der Schnittstelle von Mensch und Maschine, an der das Maschinelle, ganz im Sinne des französischen Philosophen Gilles Deleuze, das Subjektive zum Schweigen bringt – mit computergestützten Techniken, mit denen er das Ausgangsmaterial zertrümmert, um es dann in Loops und harten Schnitten neu zu schichten und live zusammenzubauen.
Welche faszinierenden Klänge dabei entstehen, zeigen drei umfangreichere, 2020/21 entstandene Kompo -sitionen für Stimme und Kammer-Ensemble, die jetzt auf dem Avantgarde-Label KAIROS erschienen sind. Am leichtgewichtigsten sind ...
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Opernwelt August 2024
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 32
von Uwe Schweikert
Selbst unter den Solitären der Operngeschichte ist Beethovens «Fidelio» ein einsames Werk geblieben. Mit den drei Fassungen (1805, 1806, 1814) nimmt es einen erratisch anmutenden Platz im Schaffen Beethovens ein und wird von der Forschung doch oder gerade deswegen vernachlässigt. So ist es ein Ereignis, wenn erstmals seit fast vierzig Jahren wieder eine Monographie...
Wir nehmen an, dass Jacquot nicht meinte, was er krähte: «Richard Wagner ist ein böser Mann». Denn Papageien sprechen ja quasi onomatopoetisch nach, was man ihnen regelmäßig vorsagt, und Minna Wagner hatte den bunten Vogel entsprechend instruiert. Wobei Richard in einem Brief vom 14. September 1858 an Minna spöttisch forderte, Jacquot solle sagen, Richard Wagner...
JUBILARE
Uta Priew erhielt ihre Gesangsausbildung 1964/65 am Konservatorium Georg Friedrich Händel in Halle/ Saale und anschließend an der Musikhochschule Leipzig als Schülerin von Maria Croonen. Ihr Debüt gab sie 1970 am Nationaltheater von Weimar als Marjutka in «Der letzte Schuss» von Siegfried Matthus. Hier sang sie in den folgenden Jahren unter anderem Partien...
