Ganz im Inneren ein Vulkan

Ihre Stimme ist facettenreich, ihr Spiel authentisch: ein Porträt der Sopranistin Alyona Rostovskaya

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Das Musiktheater ist eine flüchtige Kunst: Kaum ist eine Szene verklungen, hört sie bereits auf zu existieren. Umso erstaunlicher, wie lange die dramatischen Momente nachwirken, die Alyona Rostovskaya auf der Bühne entstehen lässt. Beispielweise im Wiesbadener «Freischütz», wenn die Brautjungfern ihr als Agathe die schwarze Totenkrone auf den Kopf setzen und ihre Mundwinkel zu einem Lächeln nach oben drücken. Dann hält die Sopranistin die erzwungene Mimik mit einer solchen Kraftanstrengung fest, bis ihr fast die Tränen zu kommen scheinen.

Auf ihrem Gesicht friert das erzwungene Lächeln ein wie unter einer Eisschicht. In welche Rolle die Sängerin mit den wasserblauen Augen auch schlüpft, sie gibt sich ganz hinein, ohne Schutzschicht einer äußerlichen Pose. Ihr Spiel ist pur und authentisch. Ebenso wie ihre warm timbrierte Stimme, die hauchzart klingen kann und dann wieder hochdramatisch. Seit dieser Spielzeit ist die Sängerin aus dem russischen Jaroslawl festes Ensemblemitglied am Hessischen Staatstheater Wiesbaden.

Im lyrischen Fach hat sie unter anderem als Gräfin in Mozarts «Le nozze di Figaro», als Hannah Glawari in Lehárs «Lustiger Witwe» und als Alice Ford in Verdis ...

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Opernwelt August 2024
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Silvia Adler

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