Frühlingsgefühle

Das Smetana-Festival in Litomyšl fällt zum 200. Geburtstag des Komponisten besonders üppig aus

Opernwelt - Logo

Bedřich Smetana ist im kollektiven Musikgedächtnis als Komponist der «Moldau», dem prominentesten Teil des symphonischen Zyklus «Má vlast» (Mein Vaterland) abgespeichert. Aus Smetanas Opernschaffen hat eigentlich nur die «Verkaufte Braut» ihren Weg ins Kernrepertoire gefunden. Und die scheint derzeit aus der Mode gekommen, von den großen Häusern brachte zuletzt die Bayerische Staatsoper in München 2018 eine Neuproduktion heraus.

Vielleicht ändert sich das nun, angeregt durch die Feierlichkeiten zu seinem 200. Geburtstag.

Smetana wurde 1824 als Sohn eines Bierbrauers in Litomyšl in Ostböhmen geboren. In dem von sanft hügeliger Landschaft umgebenen malerischen Städtchen findet alljährlich ein Festival zu seinen Ehren statt; in diesem Jahr ist es wegen des runden Geburtstags üppiger ausgestattet als sonst und bringt innerhalb von vier Wochen unter anderem auch sämtliche acht Opern Smetanas auf die Bühne.

Litomyšls größten Platz mit malerischen Laubengängen schmückt ein Smetana-Denkmal, neben dem imposanten Renaissance-Schloss befindet sich die ehemalige Bierbrauerei von Smetanas Vater, die elterliche Wohnung ist für Besucher blitzblank herausgeputzt. Die größeren Aufführungen des ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2024
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Regine Müller

Weitere Beiträge
Wa(h)re Mutterliebe

Das ist ein genialer Kerl», notierte Alma Mahler in ihrem Tagebuch. Gemeint war jedoch nicht ihr Gatte Gustav, mit dessen Musik sie lebenslang fremdelte, sondern die Jugendliebe Alexander Zemlinsky. Während seine Opern «Eine florentinische Tragödie» und «Der Zwerg» mittlerweile regelmäßig auf den Bühnen zu erleben sind, war eine Erinnerung an sein letztes...

«Ich möchte berührt werden»

Irgendwann wurde es ihm dann doch zu viel. Die Berge voller Leichen, das Blut, die verstümmelten Körper, das martialische Kriegsgeschrei, dieser unaufhörliche, schauderhafte Schrecken war so unaushaltbar geworden, dass er beschloss zu gehen, irgendwohin. Jedenfalls hinunter von der Bühne, heraus aus dem Theater der Grausamkeit, hinein in ein neues, anderes,...

Alice in Zombieland

Mit Margret Atwoods Bestseller «The Handmaid’s Tale» geht es einem ähnlich wie mit George Orwells «1984»: Die Dystopie ist erschreckend nahe gerückt, manches ist längst nicht mehr Fiktion. Es überrascht also wenig, dass Peter Carp seiner Freiburger Inszenierung der Deutschen Erstaufführung von Poul Ruders’ gleichnamiger Oper aus dem Jahr 2000 eine Art Prolog von...