Viel mehr als nur exotisch
Die koreanische Pop-Welle hat längst sämtliche Ufer der östlichen und westlichen Hemisphäre erreicht, und Han Kangs Aufstieg zur Literatur-Ikone ist keine Ausnahme, sondern fast der Regelfall, den auch der deutsche Buchmarkt mit einer schier unübersehbaren Fülle von Übersetzungen bestätigt. Das koreanische Musikdrama kam diesen Entwicklungen zuvor, wurde jedoch im Ausland kaum wahrgenommen, weil sich westliche Beobachter nur für Kabuki-Theater und Peking-Oper interessierten.
Deren koreanisches Pendant, das – allerdings bedeutend jüngere – traditionelle Genre Changgeuk, fußt auf dem epischen Volksliedstil der Halbinsel, genannt Pansori. Dank Achim Freyers 2011 in Wuppertal gezeigter Inszenierung von «Mr. Rabbit and the Dragon King», ein Gastspiel des Nationaltheaters Seoul, gelangte diese Gattung erstmals nach Deutschland; ab 2016 erschienen auf Englisch und Französisch die ersten substanziellen Publikationen zu diesem Phänomen.
Moderne koreanische Opern nutzen neben europäischen Techniken das Pansori und andere autochthone Überlieferungen. Das kreative Potenzial solcher Konstrukte aus Alt und Neu, aus Fremd und Vertraut ist beträchtlich. Und äußerst faszinierend. Wer der ewigen ...
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Opernwelt August 2024
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Volker Tarnow
Er war, im November 1924, zur Bestrahlung seines Kehlkopfkrebses nach Brüssel gekommen. Brüssel aber wurde Puccinis Sterbeort, und er hinterließ seine letzte Oper unvollendet, mutmaßlich nicht nur nicht fertig komponiert, sondern stehengeblieben in einer dramaturgischen Sackgasse. Mutmaßlich hätte Puccinis Genie mit dem vorgesehenen außerordentlichen Liebesduett...
Schöner Satz: «Mit dem Abschied beginnt die Erinnerung.» Gesagt hat ihn Salvador Dalì, der verrückte spanische Surrealist, aber auch für Saskia Zimmermann besitzt er eine enorme Bedeutung. Gleich nach dem Tod ihres Mannes, des Komponisten Udo Zimmermann, nahm sie sich vor, mit einem Buch an sein Leben und Werk zu erinnern. Also stöberte sie in Archiven, sammelte...
Wir nehmen an, dass Jacquot nicht meinte, was er krähte: «Richard Wagner ist ein böser Mann». Denn Papageien sprechen ja quasi onomatopoetisch nach, was man ihnen regelmäßig vorsagt, und Minna Wagner hatte den bunten Vogel entsprechend instruiert. Wobei Richard in einem Brief vom 14. September 1858 an Minna spöttisch forderte, Jacquot solle sagen, Richard Wagner...
