Viel mehr als nur exotisch
Die koreanische Pop-Welle hat längst sämtliche Ufer der östlichen und westlichen Hemisphäre erreicht, und Han Kangs Aufstieg zur Literatur-Ikone ist keine Ausnahme, sondern fast der Regelfall, den auch der deutsche Buchmarkt mit einer schier unübersehbaren Fülle von Übersetzungen bestätigt. Das koreanische Musikdrama kam diesen Entwicklungen zuvor, wurde jedoch im Ausland kaum wahrgenommen, weil sich westliche Beobachter nur für Kabuki-Theater und Peking-Oper interessierten.
Deren koreanisches Pendant, das – allerdings bedeutend jüngere – traditionelle Genre Changgeuk, fußt auf dem epischen Volksliedstil der Halbinsel, genannt Pansori. Dank Achim Freyers 2011 in Wuppertal gezeigter Inszenierung von «Mr. Rabbit and the Dragon King», ein Gastspiel des Nationaltheaters Seoul, gelangte diese Gattung erstmals nach Deutschland; ab 2016 erschienen auf Englisch und Französisch die ersten substanziellen Publikationen zu diesem Phänomen.
Moderne koreanische Opern nutzen neben europäischen Techniken das Pansori und andere autochthone Überlieferungen. Das kreative Potenzial solcher Konstrukte aus Alt und Neu, aus Fremd und Vertraut ist beträchtlich. Und äußerst faszinierend. Wer der ewigen ...
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Opernwelt August 2024
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Volker Tarnow
Vor zwei Spielzeiten wurde an der Pariser Opéra Comique Glucks «Armide» aufgeführt – mit dem Originalklangensemble Les Talens Lyriques unter Leitung von Christophe Rousset und in einer Inszenierung durch Lilo Baur. Das gleiche Team verantwortete nun die «Armide» von Jean Baptiste Lully. Nachdem die Schweizer Regisseurin bereits 2022 für ihren übertriebenen...
Liebe Frau Baumgartner, können wir über Träume reden?
Ja, klar, auf jeden Fall.
Schön. Träumen Sie manchmal in Farbe?
Ich glaube, ich träume immer in Farbe. Ich habe Farben in meinen Träumen nie vermisst, das wäre mir aufgefallen; demnach müssen sie ja wohl vorhanden sein.
Vermissen Sie irgendwelche Farben?
Ich folge meist einem inneren Gefühl; das dockt irgendwo...
Diese Musik, sagt Barbora Horáková im Programmheft-Interview, sei einfach der Wahnsinn. «Es gibt eine grandiose Nummer nach der anderen.» Damit legt die Regisseurin nicht nur für Orchester und Dirigenten die Messlatte fest, sondern auch für ihre Inszenierung. Überforderung ist das Signum des Werks – seines Helden, der im Lebensrausch alles aufs Spiel setzt; von...
