Rettungsversuch
Als «Das Schloss Dürande», die letzte Oper Othmar Schoecks, im Frühjahr 1943 in der Berliner Staatsoper aus der Taufe gehoben wurde, kam es zu Aufwallungen.
Dass er sich für seine Uraufführung, tatkräftig unterstützt durch den Winterthurer Mäzen Werner Reinhart, mitten im Krieg mit dem ersten Opernhaus im nationalsozialistischen Deutschland zusammengetan und, mehr noch, dass er mit dem ebenfalls von Reinhart geförderten Hermann Burte einen Librettisten beigezogen hatte, der für seine völkische Einstellung bekannt war, brachte den damals 56-jährigen Komponisten in eine schwierige Lage. Das Werk fiel hochkant durch und geriet alsbald in Vergessenheit, woran auch ein Wiederbelebungsversuch durch den Dirigenten Gerd Albrecht 1993 nichts änderte. Der Ruf des Komponisten war bis weit über seinen Tod 1957 hinaus ramponiert.
Deshalb war auch schwer abzuschätzen, worum es sich bei der umstrittenen, von mancher Seite jedoch als musikalisches Meisterwerk benannten Oper handelt. Jetzt hat sich Mario Venzago ihrer angenommen. Dem Chefdirigenten des Berner Symphonieorchesters, eines tapferen (und erfolgreichen) Streiters für die Musik Schoecks und eines Interpreten mit sehr prononcierten ...
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Schönes Foto. Es zeigt, schwarz-weiß in der einen, gelb durchstochen in der anderen Diagonale, die Büste eines Mädchens: etwa zwölf Jahre alt, Lockenkopf mit Seitenscheitel, Sommerkleid, ein hübsches Schleifchen im Haar, Blumen in der Hand, vorwiegend Rosen in verschiedenen Farben. Aber auch Lilien. Was noch stärker irritiert, ist der Blick des Mädchens. Er ist...
Traditionen haben etwas Gutes. Sie sichern und überliefern wertvolle Bestände, sie wirken stilbildend. Im Leben wie in der Kunst. Und eben auch in der Oper. Ohne Tradition, ohne den Blick zurück auf seine Anfänge, würde dieses Kraftwerk der Gefühle über kurz oder lang vermutlich stillstehen, zur musealen Einrichtung verstauben – zur Form ohne lebendigen Inhalt....
Merkwürdig, wie sehr wir am Musiktheater gemessen werden», sinniert Chief Executive Roger Wright. «Es ist doch nur ein Programmpunkt unter vielen.» Jedes Jahr eine große Britten-Produktion kann sich das Aldeburgh Festival gar nicht leisten: Muss man doch für eine vollumfängliche Oper nahezu doppeltes Budget ansetzen. Im Durchschnitt kosten die zweieinhalb Wochen...
