Um der Wahrheit willen
Über Aktualität und Relevanz der Oper wird seit ihren Anfängen gestritten. Und die Rhetorik der Unmöglichkeit, ja vom Tod der Gattung bildet von jeher die Begleitmusik. Besonders an ihrer Inszenierung, am zeitgebunden wechselnden Zusammenspiel von Klang, Körper, Kostüm, Licht und Raum entzünden sich immer wieder heftige Debatten. Doch was heißt es eigentlich, die aufwendigste, komplizierteste und verrückteste aller Künste im 21.
Jahrhundert fragend zu vergegenwärtigen? Vor neun Jahren hat Gerard Mortier (1943-2014), damals Intendant des Teatro Real in Madrid, diese Frage ins Zentrum eines Vortrags gestellt, der nun erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht wird
Die Oper ist eine urbane Kunst, also eine Kunst der Stadt, so wie das Theater in Athen eine Kunst der Polis war. Es sind die Bürger, die der Oper Leben verleihen. Im Teatro Olimpico in Vicenza, einem der ersten Beispiele eines Theatergebäudes nach italienischer Art, war die Bühne ein Abbild einer italienischen Renaissance-Stadt. Diese fungierte als Bühnenbild für die ersten Aufführungen zum Beispiel von Sophokles’ «König Ödipus». Auf diese Weise konnten die Theaterbesucher etwas sehen, was sie selbst und ihre eigenen ...
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Er debütierte als Tamino in Zauberflöte; er verkörperte wichtige Rollen im Bettelstudent, Orfeo (Monteverdi), Die Meister-Sänger von Nürnberg, Gärtnerin aus Liebe, Antigone, Der Revisor, Così fan tutte, Entführung aus dem Serail, Der Wildschütz, Barbier von Siviglia, Alcina, Die schweigsame Frau und Oedipus der Tyrann. Er tritt regelmäßig an den Staatstheatern in...
Merkwürdig, wie sehr wir am Musiktheater gemessen werden», sinniert Chief Executive Roger Wright. «Es ist doch nur ein Programmpunkt unter vielen.» Jedes Jahr eine große Britten-Produktion kann sich das Aldeburgh Festival gar nicht leisten: Muss man doch für eine vollumfängliche Oper nahezu doppeltes Budget ansetzen. Im Durchschnitt kosten die zweieinhalb Wochen...
Ferruccio Busonis 1925 uraufgeführter «Doktor Faust» gehört zu den großen Bekenntniswerken des Musiktheaters aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bekenntnisse sind bekanntlich von theatralisch sprödem Stoff und haben es entsprechend schwer auf der Bühne, sodass dieses faszinierend-problematische Stück, das Busoni über ein Jahrzehnt beschäftigte und dennoch...
