Zauberhaft
Ein gemeiner Gesell ist dieser Amor. Stiftet überall dort, wohin ihn seine Flügel tragen, komplette Verwirrung, verbandelt Menschen miteinander, die sich zuvor am liebsten die Augen ausgekratzt hätten, sorgt momentweise für erotisches Unbehagen selbst bei soignierten Damen, die ihr Herz doch eigentlich an den Mann ihrer Träume verloren zu haben schienen, und lässt die Protagonisten der Liebe zwischendrin immer wieder sanft in Morpheus’ Arme gleiten, um sie beim Aufwachen mit völlig veränderten Konstellationen zu konfrontieren. So wohl sieht die Macht der Überredung aus.
Und so klingt sie auch. Nur eben höchst sublim.
Dass ausgerechnet Benjamin Britten die zartesten, schönsten Töne für Shakespeares Komödie «A Midsummer Night’s Dream» gefunden hat, überrascht auf den ersten Blick. Abgesehen vom urkomischen «Albert Herring» und der Königin-Oper «Gloriana» hatte Britten bevorzugt die schwachen, ausgegrenzten, mit gesellschaftlichen Realitäten überforderten (und diesen ausgelieferten) Kreaturen im Blick: Billy Budd, Peter Grimes, die Gouvernante in «Turn of the Screw». In seinem «Sommernachtstraum» hingegen malt der britische Komponist das Reich der Göttin Nyx in den sanftesten und ...
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Opernwelt März 2020
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Jürgen Otten
Im Mittelalter waren Klöster Träger der Zivilisation, Bewahrer antiken Wissens, Inseln von Bildung in einem Meer des Analphabetismus. Wer im Kloster lebte, hatte es nicht am Schlechtesten getroffen, war versorgt, einigermaßen sicher, geborgen in einer Gemeinschaft. Schon im Zeitalter der Aufklärung muss das lange vorbei gewesen sein. Mit seinem 1917 entstandenen...
Was heißt schon schwierig? Schwierig ist das Leben, da geht es um alles», hat er einmal geantwortet auf Fragen nach den Anforderungen seines Berufs. «Auf der Bühne geht es doch höchstens um die eigene berufliche Existenz, oder?» Abgeklärtheit spricht daraus, Coolness, auch ein bisschen Ironie. Und all das hat er in seine Rollen mitgenommen. Wenn Jan-Hendrik...
Die attraktive junge Frau mit der schwarzen Mähne wirft sich der Musik nachgerade körperlich in die Arme: Mit Leidenschaft singt Sara Hershkowitz Lieder von Philip Herschkowitz. Der Komponist war gebürtiger Rumäne, die Familie der in Los Angeles geborenen Sängerin hat ebenfalls ihre Wurzeln dort. Doch ob und wie beide verwandt sind, weiß die Sopranistin nicht. «Es...
