Zauberhaft
Ein gemeiner Gesell ist dieser Amor. Stiftet überall dort, wohin ihn seine Flügel tragen, komplette Verwirrung, verbandelt Menschen miteinander, die sich zuvor am liebsten die Augen ausgekratzt hätten, sorgt momentweise für erotisches Unbehagen selbst bei soignierten Damen, die ihr Herz doch eigentlich an den Mann ihrer Träume verloren zu haben schienen, und lässt die Protagonisten der Liebe zwischendrin immer wieder sanft in Morpheus’ Arme gleiten, um sie beim Aufwachen mit völlig veränderten Konstellationen zu konfrontieren. So wohl sieht die Macht der Überredung aus.
Und so klingt sie auch. Nur eben höchst sublim.
Dass ausgerechnet Benjamin Britten die zartesten, schönsten Töne für Shakespeares Komödie «A Midsummer Night’s Dream» gefunden hat, überrascht auf den ersten Blick. Abgesehen vom urkomischen «Albert Herring» und der Königin-Oper «Gloriana» hatte Britten bevorzugt die schwachen, ausgegrenzten, mit gesellschaftlichen Realitäten überforderten (und diesen ausgelieferten) Kreaturen im Blick: Billy Budd, Peter Grimes, die Gouvernante in «Turn of the Screw». In seinem «Sommernachtstraum» hingegen malt der britische Komponist das Reich der Göttin Nyx in den sanftesten und ...
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Opernwelt März 2020
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Jürgen Otten
Der Mensch macht Ordnung, schon im Kindesalter ‒ das ist dem Berliner Videokünstler Konrad Kästner aufgegangen, als er seinem Sohn beim Spielen mit Bauklötzen zusah. Was aber macht die Ordnung mit dem Menschen? Das wollte Kästner spielerisch-szenisch herausfinden und erfand zusammen mit dem Musiker Marc Sinan und der Ausstatterin Eylien König ein Setting, das dem...
JUBILARE
Robert Lloyd nahm bei dem Bariton Otakar Kraus Unterricht. Er debütierte 1969 im damaligen Collegiate, dem heutigem Bloomsbury Theatre des University College London, als Don Fernando in Beethovens «Leonore», der Urfassung des «Fidelio». Von 1969-72 war er Solist an der Sadler’s Wells Opera Company (der heutigen English National Opera), anschließend...
Der Raum habe für sie etwas «Flirrendes, Zittriges», sagt Regisseurin Barbara Frey. Das ist zweifelsohne richtig. Doch da, wo einem in einem Vexierbild die Augen ineinander übergehen, kehrt gleichzeitig Starre ein. Insofern ist Bettina Meyers Bühnenbild für Mozarts «Le nozze di Figaro» am Theater Basel in jeder Hinsicht bemerkenswert: Mehrere sich ins Unendliche...
