Wunderwerke
Ein «Wunder an Anmut und Geschmack», so hat ein zeitgenössischer Kritiker über die Klavierlieder von Georges Bizet geurteilt. Dieses hohe Lob war auf Platteneinspielungen bisher nur vereinzelt nachzuprüfen. Jetzt – und endlich, möchte man sagen – legt (zum 150.
Todestag des Komponisten) das verdienstvolle Label Harmonia Mundi in Zusammenarbeit mit den «Amis de Georges Bizet» eine vollständige Sammlung dieser «Wunderwerke» auf drei CDs vor, und man kann dem damaligen Kollegen (er hieß Victorin Joncières und war selbst Komponist) nur zustimmen: Hier tut sich ein wahrer Kosmos auf an Einfallsreichtum.
Das Lied hat den Schöpfer der «Carmen» und anderer, bei uns eher weniger bekannter Bühnenwerke in seinem kurzen Leben (er starb 1875 im 37. Lebensjahr) von Anfang an begleitet. Sein erstes, ein rührend einfaches Stück mit einprägsamer Melodie auf einen anonymen, vielleicht von ihm selbst verfassten Text, schrieb er im Alter von nur neun oder zehn Jahren. Von diesem bisher unveröffentlichten kleinen Kunstwerk spannt sich ein weiter Bogen bis zur kurz vor seinem Tod erschienenen Sammlung der «Vingt mélodies» und weiteren posthumen Liedern. 63 Titel sind auf den drei CDs enthalten, ...
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Opernwelt September-Oktober 2025
Rubrik: Medien, Seite 63
von Gerhart Asche
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