Bilder des Schicksals
25. Juli 2025: Letzter Tag der «Ouverture spirituelle», des Einstiegsprogramms vor der eigentlichen Eröffnung der Salzburger Festspiele. Alexander Pereira hatte dieses Vor-Spiel 2012 als Dialog der Religionen in der katholischen Festivalstadt eingeführt. Heute versteht es Intendant Markus Hinterhäuser als «Reise durch die ganze Musikgeschichte – von der Renaissance bis in die Jetztzeit», bis zum dreiaktigen Musiktheater «Macbeth» (2002) von Salvatore Sciarrino. Konzertant aufgeführt in der ausverkauften Kollegienkirche. Schilder mit «Suche Karte» werden hochgehalten.
Wissen die Leute, was sie erwartet? Offensichtlich nicht. Kaum sind alle drin, kaum haben das Klangforum Wien und das solistische Vokalensemble Cantando Admont unter der berufenen Leitung von Vimbayi Kaziboni das erste Sciarrino-spezifische Gewisper, seine Hauch- und Fauchgeräusche in den Kirchenraum geschickt, wollen die Ersten schon wieder raus. «Ich geh jetzt», sagt mein übernächster Sitznachbar später nachdrücklich zu seiner Begleiterin und zieht sie beleidigt vom Stuhl. «Fatum» hatte Hinterhäuser als Leitidee für die diesjährige «Ouverture spirituelle» ausgegeben. Und wer sich nicht voreilig der Macht von ...
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Opernwelt September-Oktober 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Lotte Thaler
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Der Kritiker der «New York Times», John Rockwell, erlebte 1976 in Avignon eine Uraufführung, «die einem ein Leben lang in Erinnerung bleiben wird». Und tatsächlich: «Einstein on the Beach» zu sehen und zu hören, das Musiktheater der beiden US-Amerikaner Philipp Glass und Robert Wilson, das bedeutete Mitte der 1970er-Jahre für die europäische Musik- und...
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