Das Stück schreiben wir selbst!
Kinderoper, das kann zweierlei sein: eine Oper für Kinder, aber auch eine Oper von Kindern gemacht. In Berlin, wo das Angebot für den Publikumsnachwuchs groß ist, gibt es beide Versionen in starker Ausprägung. Die Komische Oper hat sich mit ihren Produktionen für Kinder einen sicheren Ruf erworben: Fast immer handelt es sich bei den Stücken um Auftragswerke des Hauses, immer wird im großen Saal gespielt.
An der Staatsoper wird hingegen Oper von Kindern angeboten – wobei die Grenzziehung sanft verläuft: Bei den Produktionen der Komischen Oper wirkt immer der starke Kinderchor des Hauses mit, und bei den «Kinderopernhäusern» der Staatsoper will man immer auch Oper für die Jüngsten machen. Und doch steht dort im Vordergrund, dass Kinder selbst auf der Bühne stehen, dass sie durch die eigene Mitwirkung erleben, was Musiktheater sein kann, dass sie Erfahrungen machen, die wichtig sein können für ihr Leben: Das reicht vom Singen und deutlichen Sprechen bis hin zu sozialen Kompetenzen wie die Fähigkeit zu gemeinschaftlichem Arbeiten und zum Diskutieren. Denn die Stücke werden meist selbst entwickelt – bei oft mehr als 20 kindlichen Mitwirkenden muss da ein gemeinsamer Nenner gefunden ...
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Opernwelt September-Oktober 2025
Rubrik: Magazin, Seite 92
von Clemens Haustein
Der Epilog bildet den Anfang. «Die Zeit wird kommen», singen die drei Schwestern, «für uns beginnt ein neues Leben». Sie singen es in die Leere einer fiktiven Zukunft – und an diesem Abend mit drei hohen Männerstimmen, die sich so schön, selbstversunken und melancholisch ineinander ranken, als hätte Peter Eötvös das Frauen-Terzett aus dem «Rosenkavalier» einfach...
Wer sich mit Wagner auskennt, fürchtet sich nicht vor riesigen, ja, größenwahnsinnigen Projekten und weiß zudem, was die künstlerische Vision eines Einzelnen bewegen kann. Es war 2009, als der polnische Bassbariton Tomasz Konieczny bei einer konzertanten «Rheingold»- Aufführung in der Rolle des Alberich erstmals Aura und Akustik der damals szenisch noch...
Das Schöne an sorgfältig geführten Archiven ist, dass man noch Jahrzehnte nach einer Aufführung seine Erinnerung auffrischen kann – und weil die Wiener Staatsoper über ein solches Archiv verfügt, ist es ein Leichtes, noch einmal jenen Septemberabend des Jahres 1998 heraufzubeschwören, als sich im Haus am Ring der Vorhang zu Georges Bizets «Carmen» hob, in einer...
