Wunden statt Wunder

Wagner: Lohengrin
Salzburg | Landestheater

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Wer Roland Schwab als Regisseur für Wagners «Lohengrin» verpflichtet, darf sich nicht wundern, dass es kein blaues Wunder gibt. Stattdessen: Katastrophe, wohin das Auge reicht. Schwab konfrontiert es mit einem Flugzeugwrack, das die 40-Meter-Breitwandbühne der Salzburger Felsenreitschule spektakulär ausfüllt (Piero Vinciguerra). Dort spielt das vergleichsweise bescheiden dotierte Landestheater einmal in der Saison in Festspieldimensionen.

Die Maschine der Brabanter Airline ist zerschellt, zerborsten, ausgebrannt.

Die Überlebenden sind zwar von staunenswerter Gesundheit, aber schwer traumatisiert. Was sie nicht hindert, alsbald eine Partygesellschaft zu mimen. Der Heerrufer zuckt wie ein Nervenbündel über die Bühne, der blinde König Heinrich legt sich eine goldene Survival-Folie um die Schultern und redet von Frieden und neuem Krieg. Dazu prangt in den obersten Arkaden des Schauplatzes in Großbuchstaben das Wort GLAUBEN. Wenn die roten Neonlettern erlöschen, sobald Elsa die ominöse Frage stellt, kann der Regisseur auch noch seinem Hang zur Pyromanie nachgeben: Das Sprengstoffkommando Telramund leistet letzte Arbeit, der Attentäter kommt dabei ums Leben.

Das ist nicht alles an den ...

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Opernwelt Dezember 2019
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Karl Harb

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