Wuchtiges Oratorium

Freiburg, Verdi: Simon Boccanegra

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Manchmal sind Inhaltsangaben im Programmheft unverzichtbar. Wie im Fall des Freiburger «Simon Boccanegra». Und manchmal stiften sie nur Verwirrung. Wie im Fall des Freiburger «Simon Boccanegra». Beides ist auf die Inszenierung von Marcus Lobbes zurückzuführen, der mit seiner Variante von Kagels «Der mündliche Verrat» zum Freiburger Spielzeitauftakt die Rituale des Theaterbetriebs höchst originell – und okkult – ins Visier genommen hatte. Dieses Mal versagt seine Originalität.

Ein Einheitsraum (Bühne: Dirk Becker), Dekonstruktion der Stückdramaturgie und ein konsequentes Negieren von Verdis musikalischer Affektsprache sind die Insignien dieser Deutung. Ein Traumspiel? Vielleicht. Eine Vermittlung der Konzeption bleiben Regie und Dramaturgie (Dominica Volkert) gleichermaßen schuldig.
Erkennbar ist nur so viel: Boccanegras Gifttrank markiert die Peripetie der Aufführung. Zuvor ereignet sich das Geschehen in den bunten, originellen Kos­tümen Victoria Behrs, die jedem Fantasy-Film zur Ehre gereichten. Danach tragen alle Zivil – schwarze Gegenwartskleidung. Oratorisch bleibt die Regie, der man mit etwas bösem Willen den Tatbestand groben Unfugs unterstellen könnte, allemal.
Was der ...

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Opernwelt Mai 2009
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Alexander Dick

Vergriffen
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