«Die reine Stimme interessiert mich nicht»
Lieben Sie Pavese?
Ich kenne Pavese. Und habe einiges von ihm sehr gern gelesen.
Darf ich Ihnen dann den unlängst auf Deutsch erschienenen Roman «Die einsamen Frauen» empfehlen? Ein zauberhaftes Buch.
Vielen Dank für den Tipp. Aber ich möchte den Roman lieber im Original lesen. Ich habe schließlich viele Jahre lang in Italien gelebt.
Sie sind als sehr junge Frau dorthin gegangen. Eine beruflich mutige Entscheidung.
Ich muss Sie enttäuschen. Es waren rein private Gründe.
Schade, denn der Wechsel von Dresden nach Turin liest sich in einer Vita immer umwerfend.
Das war auch ein mutiger Schritt, als 21-Jährige, natürlich. Ich ging nach Italien, ohne das Land je zuvor gesehen zu haben. (lacht)
Aber warum leben Sie jetzt in Spanien?
Auch aus privaten Gründen. (lacht)
Gibt es auch Dinge, die Sie nicht aus privaten Gründen machen?
Die gibt es schon. Aber ich denke, man sollte viel häufiger Dinge nur aus privaten Gründen tun. Man macht das vielleicht viel zu wenig.
Könnten Sie noch nach Deutschland zurückkehren?
Ehrlich gesagt, nein. Ich bin immer froh, wenn ich hier im Theater arbeiten kann. Alles ist wunderbar organisiert. Aber ständig hier zu leben, kann ich mir nicht vorstellen. Es gibt in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Seit in den amerikanischen Südstaaten die ersten field hollers auftauchten und schwarze Arbeiter sich mit improvisierten work songs den Frust von der Seele sangen, sind Blues und Jazz von der Musikweltkarte nicht mehr wegzudenken. Ein Pionier der neuen Gattung, der Ragtime-Erfinder Scott Joplin, schrieb bereits 1915 eine dreiaktige Oper («Treemonisha»), die ihre...
Herr Uusitalo, bei der «Walküren»-Premiere an der Wiener Staatsoper versagte Ihnen im letzten Jahr auf offener Bühne die Stimme. Was fühlt man in so einem Moment?
Für mich war das natürlich ein ziemlicher Schock. Ich hatte geglaubt, ich könnte das schaffen, obwohl ich krank war – auch weil der Arzt mir grünes Licht gegeben hatte. Aber das war etwas zu optimistisch,...
Unterm Holunderbusch träumt Kleists Käthchen von ihrem Prinzen. Das ist so ziemlich das Einzige, was von der somnambulen Liebe im Libretto zu Carl Reinthalers Oper von der literarischen Vorlage übrig geblieben ist. In der Erfurter Ausgrabung – der ersten Inszenierung der 1881 uraufgeführten «romantischen Oper» seit über einem Jahrhundert – hat Regisseur Peter...
