Wogender Schwung

Mozart: Idomeneo Valencia / Palau de les Arts Reina Sofía

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Die Avantgarde bröckelt manchmal schneller, als man gucken kann. Valencias Opernhaus, dem Palau de les Arts Reina Sofía, musste keine zehn Jahre nach der Eröffnung 2005 eine neue Keramikhaut übergezogen werden – ob der Werkstoff dieses in Beton gegossenen architektonischen Hüftschwungs des Baumeisters Santiago Calatrava sich überhaupt eignet, wo Wind und salzhaltige Meerluft die expressive Bauskulptur umtosen, wird sich zeigen. Wichtig ist, was drinnen passiert.

Seit gut einem Jahr ist mit der Berufung von Davide Livermore als Nachfolger der nach Korruptionsvorwürfen entlassenen Intendantin Helga Schmidt (die, als die öffentlichen Gelder noch sprudelten, internationalen Glanz an die Costa del Azahar gebracht hatte) wieder Ruhe eingekehrt. Trotz geschrumpfter Etats will Livermore sozial und in die Gesellschaft wirken, da gleicht er den meisten Chefs deutscher Stadttheater: «Kultur ist kein Luxusgut, sie ist die Grundlage unserer Zivilgesellschaft. Und genau das will ich den Politikern und Menschen der Region klarmachen», sagte er kürzlich einer Regionalzeitung. Künstlerisch bleiben die Ziele hochgesteckt.

Und bei der jüngsten Premiere, Mozarts «Idomeneo», hat er mit der Position des ...

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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Panorama, Seite 56
von Götz Thieme

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