Wisst ihr überhaupt, was Theater ist?
Tapsig sucht Hermann, ein Bär von einem Mann, sich dem Ballett mit ein paar Tanzschritten anzubiedern. Klar, dass das schiefgeht und der Sonderling von der hasenohrigen Petersburger Gesellschaft mit beißendem Spott übergossen wird.
Da dreht er durch: «Ihr seid wohl verrückt geworden, mit eurem ganzen Scheißgeld so eine bescheuerte Musik zu machen: ‹Die standhafte Schäferin›! Die musste Tschaikowsky doch nur komponieren, weil der Petersburger Intendant ihn dazu gezwungen hat, damit die Petersburger Opernärsche ihr Tableau bekamen! Wisst ihr überhaupt, was Theater ist?»
So bricht Peter Konwitschny in seiner Grazer Inszenierung von Tschaikowskys «Pique Dame» das Schäferspiel im dritten Bild, stülpt es um zur Publikumsbeschimpfung. Der hier eigentlich schimpft, ist nicht Hermann in Gestalt des russischen Tenors Avgust Amonov (den man darin ohnehin kaum versteht), sondern Konwitschny selbst. Um deutlich zu machen, dass diese Attacke nicht nur gegen die St. Petersburger Gesellschaft gerichtet ist, sondern auch gegen die Grazer Opern-Aficionados, wird das gesungene Russisch mit der deutschen Umgangssprache vertauscht; überdies gehen im Zuschauerraum die Lichter an. Es ist einer der ...
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Opernwelt Januar 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Gerhard Persché
ARTE
1.1. – 7.00 Uhr
Silvesterkonzert 2007 aus Caracas.
Sinfónica de la Juventud Venezolana Simón Bolívar, Venezuelan Brass Ensemble, Alexis Cárdenas und Ensemble, Gustavo Dudamel.
1.1. – 9.45 Uhr
Opening Gala der Los Angeles Philharmonic.
Musikalische Leitung: Gustavo Dudamel. Solist: Herbie Hancock.
1.1. – 12.10 Uhr/18.25 Uhr
Das Neujahrskonzert 2012.
Live aus dem Teatro...
Wer Zeit erfahren will, findet in Halberstadt dafür beste Voraussetzungen. Hier wird John Cages Werk «Organ2/ ASLSP» aufgeführt. Die Vortragsbezeichnung lautet «as slow as possible». Auf der Orgel mit ihren ewig zu haltenden Tönen wäre dieses Werk als nie endender Klang denkbar. So weit geht man in der Halberstädter Burchardikirche nicht, aber die immer noch...
Er ist sich treu geblieben. Hat das gemacht, was er immer macht und so gut kann wie kaum ein anderer. Andreas Dresen hat genau hingeschaut, sich Zeit genommen für «seine» Figuren, ihnen zugehört, mit ihnen gelacht, gelitten und gestritten, bis sie ihm ganz nahe waren. Wie gute Bekannte aus dem Alltag. Wie normale Menschen, die sich ein bisschen Glück wünschen, aber...
