«Was das für eine Seligkeit ist...»
Felix Mendelssohn Bartholdy war Schüler des Liedmeisters Carl Friedrich Zelter und als solcher natürlich der Kunst des konzentriertesten Ausdrucks zugetan. Doch anders als etwa sein Zeitgenosse Robert Schumann scheint er die Entwicklung des romantischen Lieds kaum vorangetrieben zu haben. Bis vor Kurzem kannte man 79 Sololieder und 18 Duette: «geschliffene Schmuckstücke», wie Werner Oehlmann sie nannte, nichtsdestoweniger «voller Herzenswärme und reinem lyrischem Gefühl».
Anlässlich des Mendelssohn-Jahres 2009 und der Herausgabe der dreibändigen Leipziger Urtext-Edition wurden nun 44 Lieder des jungen Mendelssohn wiederentdeckt. Komponiert auf Texte von Heine, Fallersleben, Matthison, Tieck sowie von manchen Freunden und Bekannten, waren sie auch dem Freundeskreis gewidmet – die meisten davon freilich dem Lehrer Zelter – und eigentlich nicht zur Veröffentlichung bestimmt. Sie sind von unterschiedlicher Faktur, vom dreiteiligen Strophenlied, das der Komponist vor allem pflegte, bis zur stark variierten bzw. durchkomponierten Form mit dem Klavier als gleichberechtigtem Partner. Das Booklet verweist besonders auf eine 1830 komponierte Gruppe von vier Liedern, die der 21-Jährige wohl ...
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Opernwelt Januar 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Seite 26
von Gerhard Persché
Wer je einen Marthaler-Abend zu ordnen, zu verstehen, zu erspüren versuchte, weiß es: Es gibt die aktive Marthaler-Familie, die oben auf der Bühne, von Christophs Geist beseelt, in unendlicher Geduld, von good vibrations beflügelt, nach der einen und richtigen Lösung sucht. Und es gibt die passiven Familienmitglieder, die im Parkett jedem Schritt die Nähe zur...
Nachdem die Kölner Oper in den vergangenen zweieinhalb Jahren ein enormes Programm fast ohne Übernahmen und Koproduktionen gestemmt hat, kommt mit dieser Inszenierung nun ein Paradebeispiel des internationalen Kooperationsbetriebs auf die Bühne. Uwe-Eric Laufenbergs Deutung der «Ariadne auf Naxos» kam 1998 in Brüssel heraus, sie war in Straßburg, Barcelona, Bilbao...
Der Erfolg dieser Neuproduktion von Smetanas Meisterwerk hält sich genau im Rahmen der Funktion, die sie im Spielplan der Berliner Staatsoper einnimmt: als Lückenbüßer und Kassenfutter; weitgehend ambitionslos. Das Werk gilt als populär, braucht aber viel Engagement, um heute für Glaubhaftigkeit beim Liebes-Ablasshandel zu sorgen. Die Sänger suggerieren den...
