Wirbelnde Umschlingung

Julia Lezhneva und das Ensemble Il Giardino Armonico unter Giovanni Antonini befeuern frühe Händel-Werke

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Schon in den ersten Tönen der Eingangsarie aus dem Oratorium «La resurrezione» entzünden die Mitglieder des Ensembles Il Giardino Armonico unter der Leitung von Giovanni Antonini ein Feuer. Und in keiner Nummer dieses Albums, das sich Werken des jungen Händels widmet, lässt die Hitze nach. Julia Lezhneva lässt sich von der Glut des Orchesters erfassen, facht sie selbst noch an durch ihren furiosen Gesang. Auch in rasend schnellem Tempo singt sie die Koloraturen präzise, jeder Ton sitzt, nicht die geringste Anstrengung ist zu hören. Lezhnevas Stimme wird selbst zum Instrument.

Melodische Konturen zeichnet sie dicht wie eine Violine. Stets beseelt der menschliche Atem den Klang.

Sängerin und Orchester sind Ausdrucksextremisten. Gegenstück zur aberwitzig virtuosen Eröffnung ist das Finale, die Schlussszene aus «Il trionfo del tempo e del disinganno». Bellezzas Arie «Tu del ciel ministro eletto» klingt wie weltenthoben. Die Tonart E-Dur ist am äußeren Rand des zur Händel-Zeit gebräuchlichen Spektrums angesiedelt, Streicher und Oboen tupfen Akkorde: Musik am Rande des Nichts. Eine Solovioline erhebt sich, bevor Bellezza über sanft getupftem Untergrund Melodiebögen von inniger ...

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Opernwelt Januar 2016
Rubrik: CD des Monats, Seite 27
von Thomas Seedorf

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