Willkommen zum Soundpainting!
Sieben Produktionen in vier Tagen, davon fünf Uraufführungen, und das mit einem Budget von rund 250.000 Euro: Das ist eine beachtliche Leistung des Teams um die künstlerischen Leiterinnen Christina C. Messner und Sandra Reitmayer beim Kölner Festival «Orbit» für aktuelles Musiktheater. Gespielt wurde in zwei alten, zu Kulturzentren umgenutzten Feuerwachen, im modernen Studio der Musikfabrik im Mediapark und in der gigantischen, stillgelegten Aurora-Getreidemühle im Deutzer Hafen.
Mit Oper hat Orbit hingegen wenig zu tun.
Es gibt Tanz, Performance, Literatur, ein bebildertes Konzert, eine VR-Session, dabei immer auch Musik, und mit Host_Opera dann doch eine richtige kleine Oper. Denn dort wird gesungen, es spielen Instrumente, und es wird eine Geschichte erzählt, nämlich die von der Geiselnahme einer Mädchenklasse in Ungarn durch die Söhne eines Parteifunktionärs. Die fand 1973 statt und wurde lange Zeit verschwiegen. Bei der Produktion des Wiener Kollektivs MuPATh schlüpfen zwei Frauen und zwei Männer in immer neue Rollen, mal sind sie die Entführer, mal die Mädchen, die auf die Toilette müssen, die Angst haben oder einfach nur Hunger, mal der Psychologe, der die Jungen vom ...
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Opernwelt Juni 2026
Rubrik: Magazin, Seite 82
von Richard Lorber
Wozzecks weißes Hemd scheint frisch gewaschen. Nur der Overall, den er darüber trägt, grenzt ihn von den hier den militärischen Ton angebenden Herren, denen er zu dienen hat, ab. Naturalistisches Dekor des Prekären und der sozialen Ungleichheit aber braucht Brigitte Fassbaender im aufgeräumten Bühnenbild von Bettina Munzer mitnichten, einem zwischen Hotelhalle und...
Die Wuppertaler Opernintendantin Rebekah Rota, seit der Spielzeit 2023/24 im Amt, will erklärtermaßen ein Drittel ihrer Premieren mit Werken von Komponistinnen bestreiten und hat nach eigenen Worten noch eine lange Liste abzuarbeiten. Zur Aufführungen kamen bislang Ethel Smyths «Der Wald» und «Angel’s Bone» von Du Yun. Nun kam mit «The Lodger» eine 1960 an der...
Der Satz hat Berühmtheit erlangt: «Es ist Mord!» Damit endet Ingeborg Bachmanns Roman «Malina», auf dem die gleichnamige Oper von Karola Obermüller und Peter Gilbert basiert. Frappierend daran ist, wie sehr man sich bei der Uraufführung des Werks bei den Schwetzinger Festspielen (in einer Produktion des Theaters Aachen) förmlich hineingezogen fühlt in den tödlichen...
