Willkommen in der Hölle
Der Norden der Brüsseler Innenstadt ist kein idyllischer Ort. Die großen Boulevards mit ihren pompösen Wohnblocks zerfransen am Nordbahnhof, der Straßenstrich wirkt am Sonntag noch deprimierender als sonst, das ganze Viertel ist eine von Büroeffizienz und Kommerz diktierte Bausünde der 90er-Jahre. In der großstädtischen Ödnis drängen sich nur vor dem Théâtre National ein paar Menschen, unter die sich kostümierte Exoten in knallbunten Kostümen mischen. Wahrscheinlich würden sie weniger auffallen vor den Säulen der Oper an der Place de la Monnaie im Zentrum.
Aber das Stammhaus wird renoviert, die arg durchgesessene Bestuhlung erneuert und die Bühnenmaschinerie technisch aufgefrischt. Deshalb spielt La Monnaie in der kommenden Saison extra muros, wie es Intendant Peter de Caluwe in verschmitzter Anspielung an die unehrenhaften Berufe formuliert, die in mittelalterlichen Zeiten vor die Mauern der Stadt verbannt wurden. Immerhin muss man in Brüssel keine temporären Zelte aufschlagen, sondern kann auf technisch mal mehr, mal weniger geeignete, immer aber inspirierende Orte zurückgreifen: die ehemaligen Markthallen von Schaerbeek, den Königlichen Winterzirkus, Victor Hortas Palais des ...
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Opernwelt August 2015
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Michael Struck-Schloen
ARD-ALPHA
2.8. – 11.00 Uhr
Mariss Jansons dirigiert
Strauss: Also sprach Zarathustra.
9.8. – 11.00 Uhr (1)
30.8. – 11.00 Uhr (2)
Colin Davis dirigiert
1. Berlioz: Symphonie fantastique; 2. Mendelssohn Bartholdy: Ouvertüre zu Sommernachtstraum; Symphonie Nr. 4 «Italienische».
9.8. – 20.15 Uhr
Open Air am Odeonsplatz.
Mariss Jansons im 3/4-Takt.
16.8. – 11.00 Uhr (1)
23.8. –...
Die diesjährige Operngabe des Mainfranken Theaters zum Würzburger Mozartfest erinnerte zwar weniger an die Musiktheatersphäre Mozarts als an das erst vorsichtig der barocken Repräsentativdramaturgie entwachsende Bühnenschaffen Haydns. Dennoch war es anregend, mit einem einst erfolgreichen Werk des venezianischen Meisters Baldassare Galuppi (1706-1785) Bekanntschaft...
Kurz vor elf ist der Kleine Dorfsaal in der Volksschule voll besetzt. Noch macht er sich rar, der berühmte Pensionär, auf den alle warten. Aber dann strebt er plötzlich zum Podium, durch silbergraue Reihen. Das Durchschnittsalter des Publikums: siebzig plus. Über «Die Kunst des Klavierspiels» soll Alfred Brendel sprechen. Ein uferloses Thema. Aber natürlich geht es...
