Wiedergeburt in Ljubljana
Wer kennt sie nicht, die Barcarole aus Jacques Offenbachs Oper «Hoffmanns Erzählungen»? Eigentlich entstammt sie der Ouvertüre der siebzehn Jahre zuvor entstandenen, für Wien komponierten, dort auch erfolgreich uraufgeführten Oper «Les Fées du Rhin», deren deutscher Titel etwas irreführend «Die Rheinnixen» heißt. Denn um Nixen im Sinne von Undinen geht es in dem Libretto Alfred von Wolzogens und Charles Nuitters nicht, sondern um Feen, die das Chaos einer von Kriegen, will sagen Kriegern zerstörten Welt auf die Spitze treiben, um den Wahn der Menschen zu lösen.
Die Oper spielt mitten in Kriegszeiten deutscher Kleinstaaten, Provinzen und Fürstentümer. Die Hauptpersonen sind allesamt traumatisiert: ein Hauptmann, Franz mit Namen, der seit einer Kriegsverletzung an Gedächtnisverlust leidet, seine von ihm verlassene Jugendliebe Armgard und deren Mutter Hedwig, die geschwängert und verlassen wurde. Gutmensch Gottfried, Jäger von Profession, treibt aus Rache für verübte Kriegsgräuel die Soldaten zum Elfenstein, wo die Landsknechte dem Zauber der todbringenden Feengesänge erliegen sollen. Alles kommt anders. Am Ende findet Franz sein Gedächtnis wieder, die aus Angst vor Schändung in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Eigentlich ist es immer schade, wenn solch grandiose Musik ungehört bleibt. Wenn der magische Moment zwischen Kerker und dem Schlussakt der Freiheit ohne dieses rhapsodische Phantasiestück, das Ernst Bloch als eine utopische Erinnerung, eine Legende der erfüllten Hoffnung bezeichnete, auskommen muss; wenn Mahlers Eingebung, die Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 in C-Dur in...
Joseph Merrick, den Elefantenmenschen, hat es gegen Ende des 19. Jahrhunderts wirklich gegeben. Er litt an einer genetisch bedingten Nervenkrankheit, die sein Äußeres derartig entstellte, dass er seinen Lebensunterhalt in den seinerzeit sehr populären Freakshows verdienen musste. Mit siebenundzwanzig Jahren ist er, wahrscheinlich aus freien Stücken, gestorben....
Ein gutes Jahr noch, dann gehen die alten Lotsen von Bord. Zum Ende der Spielzeit 2005/06 werden Sir Peter Jonas und Zubin Mehta Münchens Musiktheater-Flaggschiff an Christoph Albrecht und Kent Nagano übergeben. Was den designierten Generalmusikdirektor betrifft, scheint die Vorfreude schon jetzt hohe Wellen zu schlagen. Zwar war Bayerns Kapitale zu Naganos...
