«Wie kein anderes Haus ...»
Es ist eine pro domo-Publikation, herausgegeben von zwei Mit -arbeitern des Intendanten Dietmar Schwarz. Dieser verabschiedet sich nach 13 Jahren und bekommt bestätigt, was er am liebsten hört: «Tatsächlich haben Sie in 13 Jahren so viele Opern und Neukompositionen in Auftrag gegeben wie kein anderes Haus in Europa.» Darauf Schwarz: «Wenn das so stimmt, dann trifft das sogar auf die Welt zu.»
Irgendwie stimmt es schon. Die in der alten Tischlerei eingerichtete Experimentalbühne machte diesen Rekord möglich.
Dort wurden seit 2012 gut fünfzig Mini-Produktionen uraufgeführt, szenische Phantasien, musiktheatrale Phantasmagorien und Installationen, Soundwalks, Stückentwicklungen und Rechercheprojekte, Überschreibungen, Karaoke-Performances und Kinderopern. Auf der großen Bühne werden es Ende der laufenden Saison nur sechs sein, Rebecca Saunders «Lash» schon eingerechnet. Alle zwei Jahre eine moderne Uraufführung, keine schlechte Quote. Es gibt allerdings bessere: Die Hamburgische Staatsoper etwa hob in diesen dreizehn Spielzeiten elf abendfüllende Auftragswerke aus der Taufe.
Schwarz begann in Berlin mit einigen Klassikern der Neuen Musik, setzte Lachenmanns «Mädchen mit den ...
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Opernwelt August 2025
Rubrik: Medien, Seite 40
von Volker Tarnow
In den vergangenen Jahrzehnten haben zahlreiche Werke Rameaus für das Musiktheater ihre Wirksamkeit auch auf modernen Bühnen erwiesen. Die 1745 in Versailles urauf -geführte Opéra-ballet bouffon «Platée» ist unter ihnen das wohl beliebteste und am häufigsten aufgeführte. Die Geschichte der hässlichen Sumpfnymphe, die sich einbildet, so attraktiv zu sein, dass sich...
Antonio Caldara gilt schon lange nicht mehr als jener barocke Kleinmeister, als den man ihn lange Zeit klassifiziert hatte. Für seine Zeitgenossen war er einer der bedeu -tendsten Komponisten überhaupt, seine Berufung an den Wiener Kaiserhof Karls VI., an dem er von 1716 bis zu seinem Tod 1736 wirkte, und die enorme Verbreitung seiner Musik in ganz Europa...
Kaum jemand konnte seiner Traurigkeit und leisen Bestürzung über den Zustand des (weiblichen) Ichs im patriarchal-geteilten Deutschland nach 1945 so plastisch-poetisch Ausdruck verleihen wie die Schriftstellerin Brigitte Reimann. «Alles schmeckt nach Abschied», notierte sie einmal in ihrem Tagebuch, und betrachtet man das Leben dieser Künstlerin, klingt der Satz...
