Virtuosität und Esprit

Rameaus «Platée» in einer konzertanten Aufnahme aus der Opéra Royal de Château de Versailles

Opernwelt - Logo

In den vergangenen Jahrzehnten haben zahlreiche Werke Rameaus für das Musiktheater ihre Wirksamkeit auch auf modernen Bühnen erwiesen. Die 1745 in Versailles urauf -geführte Opéra-ballet bouffon «Platée» ist unter ihnen das wohl beliebteste und am häufigsten aufgeführte.

Die Geschichte der hässlichen Sumpfnymphe, die sich einbildet, so attraktiv zu sein, dass sich alle in sie verlieben müssen, ist einerseits eine Komödie über verblendete Eitelkeit, zugleich aber auch die Tragödie einer Figur, die erst am Ende merkt, dass sie für ein falsches Spiel instrumentalisiert und dem Spott aller ausgesetzt wurde. Ansatzpunkte für Regiekonzepte, die das Stück aus einer aktuellen Perspektive auf die Bühne bringen, bietet «Platée» zuhauf, und sie wurden und sie werden, wie die internationalen Spielpläne von Opernhäusern und Festivals zeigen, auf vielfältige Weise genutzt.

«Platée» ist in zwei Fassungen von 1745 und 1749 überliefert; beide weichen in vielen Details voneinander ab. Die Edition Opera Omnia Rameau hat diese Fassungen 2012 herausgebracht, Valentin Tournet stützt sich für seine Aufnahme aber auf jene Ausgabe, die der britische Rameau-Experte Graham Sadler vor Jahrzehnten für Marc ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2025
Rubrik: Medien, Seite 34
von Thomas Seedorf

Weitere Beiträge
Spielpläne 8/25

ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
UA = Uraufführung

DEUTSCHLAND
Altenburg/Gera
Theater Altenburg Gera

theater-altenburg-gera.de
- Jira, Der Weg des Orpheus: 22. (UA), 23., 24., 27., 28., 29., 30., 31. ML: Gazarian, I: Kuntze, B+K: Eisensee, Fischer, C: Diamantis

Annaberg-Buchholz
...

Zukunft gibt es nur mit Gegenwart

Der Rhein ist in Grußweite. Ein paar hundert Meter weiter fließt die Mosel. Dazwischen das überdimensionierte Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Deutschen Eck. Bei so viel malerischer Pracht geht das Theater Koblenz zwischen den herrschaftlichen Bauten irgendwie unter, eingepfercht zwischen prächtigen Fassaden – und erst recht, wenn das Gebäude, so wie jetzt, von mehreren...

Apokalypse now

SRNKA: VOICE KILLER Musiktheater an der Wien
Edward J. Leonski war nicht zwingend das, was man einen schlechten Menschen nennt. Er hatte sich und seine Emotionen nur nicht im Griff. Während des Zweiten Weltkriegs war der Sohn russisch-polnischer Einwanderer, wie Tausende weitere junge US-amerikanische Soldaten, als GI in Melbourne stationiert, und sie alle...