Wichtige Sängerinnen und Sänger der Saison
Bayreuth feierte sein blaues Wunder: Ein solches zauberte Neo Rauch gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Künstlerin Rosa Loy, auf die Bühne des Festspielhauses und verdonnerte damit die Regie (Yuval Sharon) beinahe zur Untätigkeit. Sängerisch hingegen bot dieser «Lohengrin» große Kunst, nicht zuletzt dank der famosen Leistung des Titelhelden: Mit Piotr Beczała «kam ein lyrisch grundierter, ins Dramatische drängender Gestalter zum Zuge, der über eine reiche Palette verfügt (...
) Unter dem Strich eine in ihrer intuitiven Anmutung und klugen Anlage brillante Vorstellung.» (OW 9/10 2018)
Der Stoff ist bekannt, die Oper kaum. Lange Zeit fristete Ambroise Thomas’ «Hamlet» ein trauriges Dasein im Schatten; kritisch beäugt von den Rezensenten, spöttisch verachtet von den Kollegen. Wie irrig das Urteil ist, bewies die tolle Neuproduktion an der Opéra Comique unter der musikalischen Leitung von Louis Langrée. Vor allem der Titelheld wusste an diesem Abend zu brillieren. An der Seite von Sabine Devieilhe (Ophélie) zeigte Stéphane Degout, der die Partie zuvor bereits in Strasbourg und Brüssel gesungen hatte, wie sehr er den Hamlet verinnerlicht hat. «Der mustergültigen Arbeit an Technik und ...
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Opernwelt Jahrbuch 2019
Rubrik: Bilanz, Seite 66
von Red.
Es war eine schwere Geburt. Sieben Jahre, von 2010 bis 2017, arbeitete György Kurtág an seiner Beckett Oper «Fin de partie». Und selbst die Partitur, die im November 2018 an der Mailänder Scala uraufgeführt wurde, unter der musikalischen Leitung von Markus Stenz, in Pierre Audis behutsam existenzialistischer Regie und mit vier fantastischen Gesangssolisten,...
Schon als junge Generalmusikdirektorin des Theaters Erfurt ließ sie aufhorchen. Nun hat Joana Mallwitz binnen einer Saison das Orchester des Staatstheaters Nürnberg auf eine neue, aufregende Ebene geführt. Mit Prokofjews «Krieg und Frieden», Wagners «Lohengrin» und einer Reihe von Konzerten. Schon interessieren sich Frankfurt und München für eine Musikerin, die...
Dieses Opus, diesen Komponisten hatte bis vor Kurzem so gut wie niemand auf dem Schirm: «Guercœur» von Albéric Magnard. Erst zwölf Jahre nach Magnards Tod – er wurde 1914 von deutschen Soldaten erschossen, als er sein Haus verteidigen wollte – erklang die «Tragédie en musique» des Einzelgängers, der den Pariser Kultursalons stets fern geblieben war, zum ersten...
