Wichtige Sängerinnen der Saison
Dass die «Elektra» in Aix-en-Provence, Patrice Chéreaus letzte Regie-Arbeit, eine bezwingend genaue, hochemotionale theatralische Erzählung wurde, war nicht zuletzt ihr Verdienst: Evelyn Herlitzius zoomte die inneren Verheerungen der Figur grandios an das Publikum heran – ein wildes, gehetztes Menschenbühnentier mit böse lodernden, bitterschönen Tönen. Am Pult stand Esa-Pekka Salonen.
Selten hat man Fricka und Waltraute so kantabel, so legatosinnlich und textverständlich gehört wie in den konzertanten «Ring»-Zyklen der Bamberger Symphoniker in Luzern und des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin in Bukarest: Elisabeth Kulman zeichnet mit ihrer dunkel grundierten Mezzo-Intelligenz derzeit die interessantesten Rollenporträts. Kein Wunder, dass Jonathan Nott und Marek Janowski die Österreicherin engagierten.
Ende Juni 2013 hatte sie im Münchner Nationaltheater ihre erste Leonora in Verdis «Trovatore» gesungen – und gleich den elegischen Sehnsuchtskern der Figur getroffen. Ein halbes Jahr später folgte ebendort die Leonora in «La forza del destino». Mit diesem Rollendebüt habe sich Anja Harteros «endgültig in den Opern-Olymp gesungen», hieß es in unserer Besprechung.
Zimmermanns ...
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Opernwelt Jahrbuch 2014
Rubrik: Bilanz, Seite 102
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Er ist ein Theatertier. Er strotzt vor Spielfreude und vokaler Kraft. Vor sechs Jahren hat Michael Volle in unserer Umfrage schon einmal Spitzenwerte erzielt. Damals für seine Onegin-Einsichten, als Henze-Interpret und vor allem als Beckmesser in Bayreuth. Von Hans Sachs hat er seinerzeit noch geträumt. Inzwischen gehört auch diese Partie zum kontinuierlich...
Drahtig, nicht besonders groß. Ein Bart und wilde Lockenbüsche. Blitzende Augen und eine Riesenenergie. Man würde Aleksandar Denic glatt zutrauen, dass er die gigantischen Sets höchstpersönlich auf die Bayreuther Bühne wuchten könnte, die er sich für Wagners «Ring des Nibelungen» ausgedacht hat. Jenen «Ring», der eigentlich «Denic-Ring» heißen müsste, wie eine...
Erst stellte sie in Düsseldorf eine Ballettmusik vor, kurz darauf folgte in Mannheim ihre Dostojewski-Oper «Böse Geister». Ein Pandämonium vokal-phonetischer Effekte. Ein
Schattenreich aus Flüstern, Raunen, Schreien. Düstere, chorisch geprägte Klangarchitekturen. Die «Uraufführung des Jahres» hat Adriana Hölszky geschrieben. Aufsehen erregten darüber hinaus Mark...
