Wer wagt, gewinnt
Konventionell und langweilig ist es geworden, das Opernleben in Moskau. Daran können weder die wenigen gelungenen Inszenierungen (Georgij Issaakjans «Schlaues Füchslein» im Kindermusiktheater und «La Bohème» in der Neuen Oper), noch hervorragende vokale Leistungen (Nadja Michael als Katherina Ismailowa im Bolschoi Theater) oder Ausgrabungen (Martinus «Ariane» im Musiktheater Stanislawski und Nemirowitsch-Dantschenko und Hidalgos «Celos aun del Aire Matan» im Kindermusiktheater) etwas ändern.
Insgesamt hat man den Eindruck, dass die Häuser in Putins Reich Sanktionen befürchten und deshalb inhaltlich wie künstlerisch provokante Aussagen scheuen. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Hinsichtlich der Regie wehte auch in Rimsky-Korsakows selten gespielter «Servilia» (1902) am Pokrowski-Kammermusiktheater kein frischer Wind. Dafür packte Gennadi Roschdestwenski, der mit dem Dirigat seinen 85. Geburtstag feierte, die Partitur mit großer Energie an – akustisch eine fesselnde Reise durch ein Land, das die mystischen Umrisse der «unsichtbaren Stadt Kitesch» schon erahnen lässt.
Einen scharf sozialkritischen Ton schlug die Helikon Oper mit der Uraufführung von Alexej Sergunins «Doktor Haass» an. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Magazin, Seite 82
von Alexej Parin
So einem Siegfried begegnet man selten. Einem, der nicht nur über den ganzen Abend stark vor-, sondern kurz vor Schluss auch noch eine Spitzenleistung hinlegt. Atemlos lauscht man da, wie Thomas Mohr seinem Rollendebüt die Krone aufsetzt. Wie er als Wagners verstrickter Erlösungsrecke am von Hagen gereichten Gegengift zum Vergessenstrank nippt und sich plötzlich...
Nach der Pause – Gustavo Dudamel war gerade, den Lockenkopf demütig geneigt, mit einigen Bravos geduscht worden und suchte den Stab zum dritten Akt zu heben – sandte ein Zuschauer aus dem Rang eine giftgrün-wienerische Sprechblase in den Raum: «Nimm a Partitur, dann klingt’s vielleicht besser ...» Was hatte den Zwischenrufer so erbost? Dass der Venezolaner, der ja...
Bald ist es wieder so weit. Das Budapest Festival Orchestra (BFO) hat zur großen Tanz-Party auf den Heldenplatz geladen. Rund 500 Kinder aus allen Teilen Ungarns will Iván Fischer, der das Orchester 1983 gemeinsam mit Zoltán Kocsis gründete, am 3. Juni in der Hauptstadt begrüßen. Die meisten kommen aus armen Familien, aus strukturschwachen Landstrichen, die es...
