Wenn der kleine Muck mit Debussy auf Reisen geht

Die kammermusikalisch illustrierten Märchen-Hörbücher der Edition See-Igel gehören zum Besten, was der «Klassik für Kinder»-Markt zu bieten hat

Opernwelt - Logo

Ohne ihre Tochter und ihre zwei Söhne wäre Ute Kleeberg wohl nie auf die Idee gekommen, Hörbücher für Kinder zu produzieren. Zwar be­müht sich ihr Mann, der Klarinettist Uwe Stoffel, schon seit mehr als zwanzig Jahren mit speziellen Konzerten um das «junge Gemüse»  –  doch das Wagnis, für den Nachwuchs Geschichten und Märchen mit Kammermusik aus allen Epochen zu kombinieren und auf CD einzuspielen, ging die frei­schaffende Autorin erst 1995 ein.

Manchmal schreibt Ute Kleeberg die Texte selbst – etwa die Mär vom kleinen Igel, der lieber heimlich im Teich baden geht als zu schlafen. «Und der Igel schwimmt doch!» – schon diese frühe Produktion erhielt, wie viele spätere, zahlreiche Empfehlungen und Preise. Denn Sprache und Musik, ­Figuren und Instrumentalfarben, Stimmung und Stü­cke sind so genau aufeinander abgestimmt, dass vor dem inneren Auge ein zum Greifen naher, von der Fantasie der Hörerinnen und Hörer befeuerter Film abzulaufen scheint.
Was die mittlerweile zwanzig Veröffentlichungen der Edition See-Igel von anderen «Klassik für Kinder»-Produkten unterscheidet, ist nicht nur die findige, unorthodoxe Sorgfalt bei der Auswahl der Besetzung und Musik, sondern auch das Prinzip, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2007
Rubrik: Magazin, Seite 27
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Starke Affekte

Der Kampf ist zwar noch nicht beendet, doch wenigs­tens darf der Kaiser endlich auf die Bühne: Nachdem das Berliner Kammergericht im Juni 2006 die Nutzung der wiederaufgefundenen Kopie von Vivaldis «Motezuma» freigegeben und damit eine Feuerpause bis zur endgültigen Entscheidung durch den Bundesgerichtshof ausgerufen hat, darf nun das Publikum entscheiden, ob das...

Charlottes Triumph

Als wär’s ein von Magritte gemalter Meteorit, liegt inmitten der Puppenstuben-Idylle ein großer Stein, auf dem die Titelfigur thront – am Schreibtisch. Regisseur und Ausstatter Jürgen Rose hat dieses Bild der Isola­tion sinnig erdacht, doch szenisch glaubhaft wird es nicht. Denn das Zeichen für die Omnipräsenz des Briefdich­ters würde erst Sinn machen, wenn er...

Sprechend singen, singend sprechen

Monteverdi mit Jean-Claude Malgoire und Joachim Schlömer in Stuttgart («L’Orfeo») oder unter Attilio Cremonesi in Genf (Nerone in «Poppea»), Händel in München («Acis e Galatea», «Ariodante») und New York («Rodelinda»), Rares von Ferrandini, Cavalli («La Calisto») oder Haydn («Il mondo della luna» unter René Jacobs), daneben immer wieder Mozart, etwa «Idomeneo» an...