Wenn das Glöckchen zweimal klingelt
In den 49 Jahren seines Bestehens hat sich das Festival della Valle d'Itria als eines der aufregendsten Sommerfestivals in Europa etabliert, wovon auch das Publikum zeugt, das aus der ganzen Welt in die apulische Barock-Kleinstadt pilgert. Dieses Jahr trauert Martina Franca um den im Februar verstorbenen Franco Punzi, der als eine Art Amphitryon der Festspiele galt: Bei der Gründung 1975 war Punzi Bürgermeister, später Präsident der Stiftung, die jedes Jahr eine nicht unbeträchtliche Summe zuschießt.
Wie sehr man ihn wertschätzt, belegt der landläufige Satz, dass mit seinem Tod die Zeit der Helden vorbei sei und die der Menschen begonnen habe. Gleichwohl ist der zukünftige Weg vorgezeichnet. Mit Sebastian Schwarz wurde ein würdiger Nachfolger von Alberto Triola gefunden; Triola leitete das Festival von 2010 bis 2021 und verlieh ihm jene Gestalt, die es bis heute beibehalten hat. Martina Franca ist nicht mehr nur eine Belcanto-Hochburg; das Programm hat sich auf den (Früh-)Barock ausgeweitet und reicht bis ins Heute. Die fünf Opernproduktionen des aktuellen Programms decken eine Zeitspanne von drei Jahrhunderten ab, angefangen mit Pietro Aulettas «L’Orazio» von 1737, über Gioachino ...
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Opernwelt 2023
Rubrik: Im Focus, Seite 34
von Stefano Nardelli
Seinen Namen kennen vermutlich nur wenige Eingeweihte. Dabei war Gerschon Sirota zu Lebzeiten eine Legende – und spätestens seit seinem Debüt am 13. März 1921 an der Metropolitan Opera in New York zumindest in den USA auch ein Star. Vor ausverkauftem Haus sang der «jüdische Caruso» an diesem Abend, an der Orgel einfühlsam begleitet von seinem Sohn Naftali, ein rein...
In dieser Saison feiert die San Francisco Opera glamourös ihr 100-jähriges Bestehen. Zur ersten Berührung mit dem Operngenre kam es in der Region im Zuge des sogenannten Gold Rush 1849; reisende Operntruppen halfen danach, das Interesse an der Gattung wachzuhalten. Allerdings bedurfte es eines aus Italien in die USA emigrierten Dirigenten, um 1923 eine feste...
Am Ende hat die Grals-Ente Nachwuchs bekommen. Ferngesteuert fährt sie damit auf Rädern herein, und es folgt – ganz wie beim «Parsifal» oben im Festspielhaus – ein Happy End. Sogar der böse Zauberer Klingsor darf wieder zu den Gralsrittern gehören, nachdem er ein halblautes «Tschuldigung» gemurmelt hat. Wenn das Bühnenweihfestspiel auf der Probebühne IV für Kinder...
