«Ich liebe das andere»
Frau Gens, darf ich Ihnen eine sehr persönliche Frage stellen?
Sie dürfen!
Wie ist Ihr Verhältnis zu Gott?
Ich bin katholisch, daher habe ich eine natürliche Verbindung zu dem Herrn «dort oben». Ich wurde im baptistischen Glauben erzogen und auch so getauft, was sehr speziell ist, bin aber in meinem Verhältnis zur Religion ganz «normal».
Da ich annehme, dass Poulencs «Dialogues des Carmélites» den Hintergrund Ihrer Frage bilden, kann ich Ihnen sagen: Ich fühle eine große Nähe zu diesem Bühnenwerk, und jedes Mal, wenn ich die Rolle der Madame Lidoine verkörpere, fühle ich eine große Empathie für diese Frau. Selbst wenn Sie nicht gläubig sind, macht das Stück etwas mit Ihnen – am Ende «fühlen» Sie etwas. Diese Musik ist so unglaublich stark, und das Schicksal der wahrhaft frommen Frauen bricht einem wirklich das Herz. Auf einem Pariser Friedhof sind die Namen der Opfer in einen Grabstein gemeißelt; das ist wirklich sehr berührend und authentisch, weil es sich stark unterscheidet von Opern wie beispielsweise «Le nozze di Figaro» oder «Così fan tutte», die frei erfunden sind. Die «Dialogues» basieren, wie Sie wissen, auf einer wahren Begebenheit aus der Zeit der Französischen ...
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Opernwelt 2023
Rubrik: Interview, Seite 58
von Jürgen Otten
Heroinen gibt es in der Opernwelt wie Sand am Meer. Vor allem das Barockzeitalter ist prall gefüllt mit ihnen, man denke nur an Dido und Deijanira, Armida und Alcina, Rodelinda und Clorinda. Doch nicht alle dieser leidenschaftlich mit ihrem Schicksal ringenden Frauen kennt man – und noch weniger einige ihrer Schöpfer. Über Louis-Antoine Dornel beispielsweise weiß...
SPIELPLÄNE
P = Premiere ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten UA = Uraufführung
DEUTSCHLAND
Aachen Theater Aachen
www.theateraachen.de
- Purcell, King Arthur: 30.9. (P), 7.10., 8.10., 15.10, 28.10.
ML: Ward, I: Štorman, B: Wohler, K: Aust, C: Klomp, S: Collett, Jerosme, Lustaud, Macías, Ruvalcaba, Vallés
Annabe...
Just als Jewgeni Prigoschin sich mit seiner schwerbewaffneten Wagner-Truppe auf Moskau zubewegte, wurde im Bolschoi-Theater Schostakowitschs Oper «Lady Macbeth von Mzensk» (in der revidierten Version, als «Katerina Ismailova») gespielt, und einige Zuschauerinnen und Zuschauer dachten für einen Moment, sie würden nach der letzten Gefängnisszene auf die Straße gehen...
