Weichet, betrübte Schatten
Die Botschaft des Covers kommt an: Schau mir in die Augen, Kleiner! Machen wir gerne, Carolyn Sampson. Hören aber lieber zu, wenn die Sopranistin sich, in einem Live-Mitschnitt eines Konzerts in der Londoner Wigmore Hall, an Stücken von Henry Purcell, Giovanni Battista Draghi, Francesco Corbetta und Thomas Simpson ergötzt.
Sie tut es mit britischer Dezenz, unprätentiös, unaufdringlich, mit Leichtigkeit in den zahllosen Melismen dieser Musik, mit dahinströmendem Atem, prononciert-transparenter Deklamation – und in einem wohltuend kultivierten Dialog mit ihren Partnern Elizabeth Kenny (Laute), Jonathan Manson (Bassgambe) und Laurence Cummings (Cembalo). Vielleicht fehlt hier und da eine Spur Glamour, doch die kontemplative Lesart der Interpreten, ihr Faible für Facetten sowie eine eloquente Rhetorik nehmen für sich ein, zumal auch Purcells Hang zum Verschmitzt-Ironischen mitbedacht ist, so insbesondere in «Let the Dreadful Engines of Eternal Will».
Von Purcell zu Bach ist der Weg nicht weit, zumindest nicht für Carolyn Sampson. Auch in den drei ausgewählten Kantaten («Weichet nur, betrübte Schatten», «Tritt auf die Glaubensbahn», «Mein Herze schwimmt»), die sie an der Seite des von ...
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Opernwelt Juli 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Jürgen Otten
Die Auguren sind sich einig: Das Diaghilev-Festival in Perm ist derzeit das facettenreichste, provokanteste Forum für Kultur in Russland, weil es – vor dem Hintergrund der allgemeinen Sowjetisierung – eine besondere Atmosphäre in der Stadt schafft, Künstler und Publikum zu einem organischen Ganzen verbindet.
Das zeigte sich bereits zum Auftakt beim 2016...
Argentinien
Buenos Aires
Teatro Colón
Tel. +54-1-382 23 89
www.teatrocolon.org.ar
– Strauss, Der Rosenkavalier: 18. (P), 21., 22., 23., 25.
ML: Pérez, I: Carsen, B: Steinberg, K: Reiffenstuel, S: Uhl/Holm, Rydl/Devebec, Holloway/Barrientos, Favaro/Silva
La Plata
Teatro Argentino
Tel. +54-221-429 17 32
www.teatroargentino.gba.gov.ar
– Le Grand Macabre: 14., 16., 21., 23.
...
Ulrich Schreiber brach schon 2006 im letzten Band seines «Opernführers für Fortgeschrittene» eine Lanze für Samuel Barbers «Vanessa», indem er meinte, dass dessen «in erweiterter Tonalität angelegte Musik ... dem psychologisierenden Kammerspiel mehr als nur einen klangsinnlichen Rahmen zu geben» vermöge. Gleichwohl sollten noch einige Jahre vergehen, bis diese...
