Die indische Zauberflöte

Adams: A Flowering Tree Paris / Théâtre du Châtelet

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Nach dem grandiosen «Nixon in China» im Jahr 2012 und dem eher wackligen «I Was Looking at the ­Ceiling and Then I Saw the Sky» im Jahr 2013  setzt das Pariser Théâtre du Châtelet seinen John-Adams-Zyklus fort: mit der französischen Erstaufführung von «A Flowering Tree», der bislang letzten, 2006 in Wien uraufgeführten Oper des amerikanischen Komponisten. Den ­gesellschaftspolitischen Themen eines «Death of Klinghoffer» oder «Doctor Atomic» kehrte Adams den Rücken, indem er mit seinem langjährigen ­Librettisten Peter Sellars ein indisches Märchen vertonte.

Die junge Kumudha nutzt ihre Fähigkeit, sich in einen Baum zu verwandeln («Daphne» lässt grüßen), um dessen Blüten zu verkaufen: So kann sie ihrer armen Mutter helfen. Ein Prinz verliebt sich in den Baum, aber nur nach bestandenen Prüfungen der Trennung und des Schweigens bringt es die gegenseitige Liebe zustande, die beiden zu Menschen heranreifen zu lassen («Die Zauberflöte» lässt grüßen).

Dieses naive Moment, eines der Hauptmerkmale von Sellars’ Opernbüchern, hat etwas Rührendes, doch der Stoff findet nicht recht zu dramatischer Spannung und Entwicklung. Wir haben es eher mit lyrischen Szenen oder einem Oratorium zu tun: Ein ...

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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Christian Merlin

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