Weg damit?
In den Medien gelte Kärnten nunmehr als «Land der Gauner und der Narren», klagte dieser Tage ein in die Politik gewechselter Journalist in einer renommierten Wiener Tageszeitung. Er spielte damit nicht nur auf die alljährlich vor allem die Stammtische erheiternde Fernsehübertragung des «Villacher Fasching» an, eine Art alpenländisches «Mainz, wie es singt und lacht», sondern vor allem auf skrupellose Banken und einen Korruptionssumpf, dessen Umfang sich gerade erst abzuzeichnen beginnt.
Dass man vor diesem Hintergrund nun eine Institution rupft, die zur Zeit als eine der wenigen den Ruf Kärntens positiv in die Welt trägt, ist absurd. Und doch hat die Landesregierung dem Carinthischen Sommer die Subventionen so massiv gekürzt, dass deren Spindel, die szenische Aufführung von Kirchen- bzw. Kammeropern, fürs Nächste ausfallen muss.
Mittelpunkt des seit 1969 zelebrierten Festivals ist eine jener Stätten, an denen der liebe Gott wohl einen Schreibtisch stehen hat: das Stift Ossiach, an einem der romantischen Kärntner Seen gelegen, und seine kleine, gleichwohl prachtvolle barocke Stiftskirche. Am 25. Juni 1969, wenige Tage vor seinem Tod im nahen Villach, gab Wilhelm Backhaus dort ein ...
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Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Magazin, Seite 96
von Gerhard Persché
Unterschiedlicher können Lebensschicksale nicht sein, als die von Lorenzo Da Ponte und Emanuel Schikaneder – dem 1749 im Juden-Ghetto des venezianischen Ceneda unter dem Namen Emanuele Conegliano geborenen Da Ponte und dem 1751 als Domestikensohn im bayerischen Straubing zur Welt gekommenen Schikaneder. Dass sie heute nicht vergessen sind, verdanken sie einzig...
In den meisten Bühnenwerken Massenets geht es um Sinnlichkeit, Erotik, Begierde und außerehelichen Sex in allen nur erdenklichen Spielformen – und ausgerechnet zum Centenaire sind zwei DVD-Mitschnitte seiner «keuschesten» Opern herausgekommen: «Cendrillon» und «Don Quichotte» (siehe OW 06/2012), die sehr liebliche Aschenputtel-Version von 1899 und das traurige Ende...
Hin und wieder scheinen Stücke an ihrem Anspruch ebenso zu scheitern wie an den in sie gesetzten Erwartungen. Ein Musterbeispiel hierfür ist Franz Lehárs Operette «Zigeunerliebe» (1910). Musikalisch erfüllt das Stück über weite Strecken die Anforderungen einer Oper, auch das Libretto sucht Operetten-Klischees zu meiden – ohne, den Usancen der Operettenkunst der...
