Infos
Abschied
Ein Jahr vor ihrem Tod haben wir in ihrem Dresdner Intendantenbüro zusammengesessen. Es ging um die Semperoper, um Christian Thielemann, den sie gerade als Chefdirigent für die Staatskapelle gewonnen hatte, um Gott und die Welt. So war es immer, wenn man mit Ulrike Hessler sprach. Auf Kritik konnte sie auch mal dünnhäutig reagieren, aber sie war nie nachtragend, immer neugierig, machte sich Notizen, sobald Namen – eines Künstlers oder Stücks – fielen, die ihr interessant erschienen.
In Kassel geboren, hatte Ulrike Hessler zunächst Germanistik und Romanistik studiert, bevor sie – von Wolfgang Sawallisch gefördert – Pressesprecherin der Bayerischen Staatsoper wurde. Das Haus am Max-Joseph-Platz sollte bis zu der von ihrem Vorgänger Gerd Uecker (auch er ein Münchner Operngewächs) eingefädelten Berufung nach Dresden ihr wesentliches Aktionsfeld bleiben. In den neunziger Jahren vertraute Peter Jonas der erfolgreichen Netzwerkerin mit besten Beziehungen in Münchens Politik und Society die neu aufgestellte Marketing-Abteilung der Staatsoper an. Als Jonas’ (aus Dresden) engagierter Nachfolger Christoph Albrecht noch vor Dienstantritt das Handtuch warf, stieg Ulrike Hessler sogar ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Service, Seite 86
von Marc Staudacher
«Diabolus in musica» lautete im Sommer 2005 die Losung für das seit 1990 alljährlich in der Emilia Romagna stattfindende Ravenna Festival. Damals dirigierte Riccardo Muti eine konzertante Version von Hindemiths Einakter «Sancta Susanna», gepaart mit Beethovens Violinkonzert op. 61, der Solist war Vadim Repin. Die 23. Saison stand nun unter einem aus Hindemiths...
Die Stadt hat nur 28 000 Einwohner, und ihr akustisch mittelmäßiges Theater ist sehr klein. Trotzdem hat sich das vornehmlich für seine Weine aus der umliegenden Côte d’Or, im 19. Jahrhundert auch für seinen Senf berühmte Beaune zu einem Opernzentrum entwickelt. Und das seit dreißig Jahren. Weltberühmte Sänger, Dirigenten und Orchester treten in dem pittoresken Ort...
So stellen sich die Bayern ihren weiß-blauen Himmel eben vor: als allerliebreizendstes Barockputten-Paradies, in das man freilich bei Ablauf der Lebensfrist nicht unbedingt berufen werden will. Man kann ja schließlich auch Gevatter Tod, hier Boandlkramer genannt, mit «Kerschgeist» beim Karteln unter den Tisch saufen. «Der Brandner Kasper», nach Franz von Kobells...
