Wassermusik

Die 66. Biennale Musica in Venedig entführt in bizarre Traumwelten

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Mögen sie einander auch in noch so intimer Abneigung verbunden sein: Ein Duell unter Edelmännern setzt die Wahl der gleichen Waffen voraus. Das gilt im wahren Leben wie in der Kunst. Also lässt Giorgio Battistelli für «Orazi e Curiazi», jene Kostbarkeit des Instrumentalen Theaters, zwei Schlagzeuger aufeinandertreffen, deren perkussives Instrumentarium nahezu identisch ist.

Wutschnaubend also stehen sich Antonio Caggiano und Gianluca Ruggeri da in dem von Hause aus kriegerischen Gelände des venezianischen Arsenale Tese Dei Soppalchi gegenüber, nutzen ihre archaisch wortlose Stimmkraft im gleichen Maße wie ihre auf Kiesel eintretenden Füße (und natürlich ihre Hände), um sich mal vorsichtig zu belauern, mal unbändig über den Umweg ihrer Instrumente aufeinander einzuhämmern. So erzählen sie vom antiken Mythos zweier rivalisierenden Städte, Rom und Albalonga, echter Lokalrivalen, deren Helden nun der blutigen Historie ein Ende setzen sollen. Battistelli wurde 1953 unweit des legendären Schlagabtauschs geboren. Seine Experimentierlust verleiht der Legende nun Gegenwärtigkeit, die seine gewitzten Interpreten von Ars Ludi zwischen realen Kampfesklängen und fantastischen Findungen als ...

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Opernwelt 11 2022
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Peter Krause

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