Wasser marsch!
Regisseurin Beverly Blankenship hatte geradezu kindlichen Spaß an der mit Wasser gefluteten Bühne von Marianne Hollenstein. Sie ließ nach Herzenslust planschen in der Münchner Erstaufführung von Nikolai Rimsky-Korsakows «Märchen vom Zaren Saltan», der seine Frau und den vermeintlich missgestalteten Sohn in einem Fass auf dem Meer aussetzt.
Ob ein singender Schwan im Wasser auf Spitze tanzt, der im Fass zum Mann gereifte Prinzensohn barfuß hindurchwatet oder die symbolische Soldateska des Chors in Gummistiefeln marschiert: Immer ging es der Regie wohl darum, es möglichst oft spritzen zu lassen. Poetisch war das nur, wenn Nebel über den Boden waberten, sich Fahnenträger geheimnisvoll aus den Fluten erhoben und eine Phalanx ganz in Weiß gekleideter Menschen sich formierte – als Wunder einer aus dem nassen Element erstehenden Stadt. Oft wirkte es jedoch nur bemüht, wie auch die drei Narren, die, identisch gekleidet, Chagalls Mann mit rotem Bart zitierten und sich von Szene zu Szene mal auf Stelzen, mal in großen Reifröcken, mal ganz menschlich bewegten.
Zum berühmten «Hummelflug», der den zweiten Teil als musikalisches Leitmotiv durchzieht, wirbelte die Mücke – und spätere Wespe – ...
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